Motorräder

Weltweite Service-Aktion an BMW R 1200 GS und R 1200 GS Adventure Modellen

BMW Service Aktion für R1200GS und R1200GS Adventure Modelle K50, K50/11 und K51

Im Rahmen einer weltweiten Service-Aktion prüft BMW Motorrad die Standrohre des Telelevers an R 1200 GS und R 1200 GS Adventure Modellen aus dem Produktionszeitraum November 2013 – Juni 2017 (Modellbezeichnung K50, K50/11 und K51).

BMW Motorrad hat bei laufenden Feldbeobachtungen festgestellt, dass durch außergewöhnliche Ereignisse mit kurzzeitiger Überlast das Standrohr der genannten Modelle vorgeschädigt werden kann, ohne dass dies vom Nutzer sicher erkannt wird, z.B. durch verändertes Fahrverhalten. Eine solche Überlast kann z.B. beim Auffahren auf ein Hindernis, einem Sturz oder beim Durchfahren von tiefen Schlaglöchern mit nicht angepasster Geschwindigkeit entstehen – harter Geländeeinsatz könnte dies ebenfalls hervorrufen.
Eine Vorschädigung der vorderen Felge ist in solchen Fällen ebenfalls nicht ungewöhnlich, muss aber nicht zwangsläufig gegeben sein. Eine potentielle Vorschädigung des Standrohrs äußert sich durch einen Spalt zwischem dem Rohr und dem eingepressten, oberen Verschlussstopfen. Zur Kontrolle muss die an dieser Stelle montierte Gummitülle nach unten geschoben werden.

Sollte sich der Sitz des verpressten Verschlussstopfens gelockert haben, kann sich ein Spalt über längere Laufleistungen bei hoher Belastung weiter vergrößern. Das führt in der Regel zu Ölundichtigkeiten, einer klackernden Geräuschbildung sowie einem zunehmend unpräziseren Fahrverhalten. Werden diese Signale nicht wahrgenommen oder ignoriert und treten weitere Überlast-Ereignisse auf, könnte sich der Stopfen komplett lösen. In der Folge wären kritische Fahrzustände nicht auszuschließen.

Hinweis

Es handelt sich hier um eine „Service Aktion“, die meist im Rahmen der normalen Inspektion durchgeführt wird. Es ist kein weltweiter Rückruf o.ä.! Die Schädigung tritt wohl auch nur auf, wenn man seine GS entsprechend hart ran nimmt oder im Gelände bewegt. Prüfen kann man das aber – bei Unsicherheit – auch selber, indem man die schwarze Gummikappe am oberen Ende des Standrohres etwas nach unten schiebt und sich den Sitz der eingepressten Buchse anschaut. Hier sollte keinerlei Spalt zu sehen / zu messen sein.

BMW hat den Händlern eine Handlungsempfehlung bzw. eine Servicelösung an Hand gegeben, die – je nach Vorschädigung bzw. Spaltmaß – drei unterschiedliche Lösungen kennt:
  • Sofern keinerlei Vorschädigung vorliegt, wird die Buchse im Rahmen der regelmäßigen Serviceintervalle weiterhin kontrolliert.
  • Ist eine Vorschädigung aufgetreten und das Spaltmaß bis 0,2 mm, wird eine neue, verstärkende Sicherungsbuchse auf das bestehende Standrohr verpresst.
  • Ist das Spaltmaß bereits über 0,2 mm, wird das komplette Standrohr gegen ein neues Modell ausgetauscht, bei dem die obere Buchse eine umlaufende Sicherungsnut aufweist.

Betroffen sind weltweit rund 168.500 BMW R 1200 GS, in Deutschland sind es 29.800. Die Aktion läuft bereits seit Anfang Juni, erste Modelle wurden u.a. im Rahmen der Qualifizierung zur GS-Trophy vor Ort entsprechend nach- bzw. umgerüstet.

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

Kommentar hinterlassen