Technik & Zubehör

Ducati Traction Control EVO als Softwareupdate für 1299 Panigale-Modelle aus 2015 und 2016

Ducati Traction Control EVO jetzt als Softwareupdate nachrüstbar
© Ducati // Roberto Bragotto

Softwareupdates sind derzeit ja schwer in aller Munde. Manche sind „kostenfrei“, dürften aber am Ende auch wenig bringen. Ducati geht hier einen anderen Weg, und bietet über ein Softwareupdate für 420 Euro allen Fahrern ihrer Ducati 1299 Panigale / Panigale S aus den Modelljahren 2015 und 2016 die „Aufrüstung“ auf das neue DTC-EVO an. So machen Updates Sinn und erfreuen den / die Kunden!

Die neue Ducati Traction Control EVO (DTC EVO) hievt die Performance und die Fahrsicherheit auf ein neues Level. Ducati nutzt das exklusive Know-how aus der MotoGP und der Superbike-WM für diese intelligente Technologie – ein bedeutender Fortschritt in Sachen Performance und Sicherheit.
Die DTC EVO feierte ihre Premiere in der 1299 Panigale S Anniversario, gehörte zum Serienumfang bei 1299 Panigale und 1299 Panigale S des Modelljahres 2017 und kommt in der exklusiven 1299 Superleggera sowie der 1299 Panigale R Final Edition zum Einsatz.

Ducati macht diese jüngste Version der Traktionskontrolle nun allen Besitzern einer 1299 Panigale zugänglich: Über eine Softwareaktualisierung bei den Modellen der Jahre 2015 und 2016 kommen diese in den Genuss der DTC EVO.
Die DTC EVO basiert auf einem Algorithmus, der eine schnellere und präzisere Regelung ermöglicht. Die DTC EVO kommuniziert mit der permanent die Schräglage erfassenden Bosch Inertial Measurement Unit (IMU) und nutzt diese Information zur exakten Berechnung des Regeleingriffs, um am Hinterrad ein optimales Maß an Schlupf zu erlauben (entsprechend dem eingestellten DTC EVO-Level). Die dadurch präziseren Eingriffe münden in höherer Leistung und noch mehr Sicherheit.

Um die Kurvenperformance zu verbessern – und gleichzeitig die Beschleunigung zu optimieren sowie die Fahrsicherheit zu erhöhen – steuert die DTC EVO die Drosselklappen an und beeinflusst den Zünd- und Einspritzzeitpunkt. Damit sichert die DTC EVO geschmeidiges Ansprechverhalten bei perfekter Motorkontrolle. Dank der höheren Präzision und des gleichmäßigeren Eingriffs zeigt die DTC EVO ihre Vorzüge besonders bei wechselnden Haftungsverhältnissen, beispielweise, wenn das Hinterrad im Verlaufe eines Rennens spürbare Verschleißerscheinungen zeigt.

Bei einfacher aufgebauten Systemen unterbricht die Traktionskontrolle bei Erkennen eines durchdrehenden Hinterrades den Vortrieb fast vollständig. Ist der optimale Grip wiederhergestellt, reduziert das System die Intervention bis das Hinterrad erneut durchdreht; dann läuft der gleiche Regelzyklus erneut ab. Bildlich dargestellt, erzeugt diese Art der Intervention eine Schwingungslinie, die um eine theoretische „ideale Interventionslinie“ oszilliert, die dem jeweiligen Haftungslimit entspricht. DTC EVO reduziert die Ausschläge dieser Schwingungen nachhaltig und lässt das System näher an der perfekten Interventionslinie agieren.

Neben dieser präziseren Intervention erlaubt die DTC EVO in den Stufen ‚1‘ und ‚2‘ eine neue Funktion, die zuvor nur Experten und Profis vorbehalten war: In Schräglage kann der Fahrer über den Gasgriff mehr Schlupf einfordern als die Traktionskontrolle in den übrigen Einstellungen erlaubt, damit das Motorrad um das Vorderrad herum lenkt (übersteuert) und die gewünschte Kurvenlinie hält.

Alle Eigentümer einer 1299 Panigale können die DTC EVO einfach bei ihrem Ducati Partner nachrüsten lassen. Das Upgrade ist als Zubehör für die 1299 Panigale und 1299 Panigale S der Baujahre 2015 und 2016 erhältlich.

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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