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IDM Schleiz 2017 – Markus Reiterberger verrät uns, wo es auf dem Schleizer Dreieck lang geht

Markus Reiterberger hat wieder bei seinem Team Van Zon-Remeha-BMW angedockt und dominiert bisher die IDM Superbike 1000 der Saison 2017. Als nächstes steht ein Besuch auf Reitis Lieblingsstrecke, dem Schleizer Dreieck, im IDM Kalender. Wer vom 28.-30. Juli dort als absoluter Top-Favorit gilt, dürfte also kaum ein Geheimnis mehr darstellen.

Schon im Vorjahr wollte er auf dem Straßenkurs in Thüringen als Gaststarter bei der IDM antreten, hatte sich dies sogar vertraglich von seinem WSBK-Team Althea zusichern lassen. Leider konnte er dann am Ende aber wegen seiner Rückenverletzung nur zuschauen. Wo es lang geht in Schleiz weiß der Bayer dennoch im Blindflug. Immerhin konnte er nach 2013 in 2015 den Rundenrekord auf dem traditionsreichen Schleizer Dreieck nochmals herunterschrauben (Rennrunde: 1.23.988 – in der Superpole sogar eine 1:23.646!) und befährt die älteste Naturrennstrecke Deutschlands mit einem Durchschnittstempo von über 160 km/h.

Der zweifache IDM Superbike-Meister erklärt, wo es auf und neben der Strecke in Schleiz genau lang geht.

Wie lässt sich das Gefühl beschreiben, auf der Strecke in Schleiz unterwegs zu sein?

Zu Schleiz habe ich aus der Vergangenheit schon immer eine gute Verbindung. Mein Firm-Pate Markus Ober war da schon unterwegs und bei uns daheim in Obing ist die Strecke echt bekannt. Die Strecke ist einfach ganz was anderes. Ein traditioneller Straßenkurs eben. Die Streckenführung ist einfach geil und die Zuschauer und das Wetter haben in den letzten Jahren immer gepasst.

Was denkst du über die Sicherheitsfragen, die immer wieder mal diskutiert werden?

Also die Strecke war meist wirklich sehr gut präpariert. Das mit der Sicherheit war schon immer ein Thema. Es gibt eigentlich genügend Auslaufzonen. Da gibt es halt statt einem Kiesbett eben mal ein Maisfeld. An der Seng das Waldstück ist vielleicht nicht ganz ungefährlich. Aber das ist jedem, der da fährt bewusst. Es ist schade, dass diese Diskussionen immer wieder aufkommen. Ich hoffe, dass es Schleiz im IDM-Kalender noch lange gibt. 2015 gab es zum Teil neue Kerbs und alles war gut hergerichtet. Auch die Zuschauerzahlen stimmen. Von uns aus Bayer fahren viel da hoch.

Die härteste Ecke in Schleiz?

Am anstrengendsten ist sicherlich die Seng. Mit einer 1000er kommst da mit fast 300 km/h an und dann der schnelle Richtungswechsel. Da braucht mal Big Balls wie sie in der MotoGP sagen. Man muss das Eck einfach gut treffen. Über die Renndistanz wird das natürlich echt anstrengend.

Deine beste Erinnerung an Schleiz?

Die Rennen in Schleiz waren jedes Jahr ein Highlight. Mein Ziel war immer, dass mein Name auf dem Stein am Ortseingang steht, wo die Fahrer mit der schnellsten Runde verewigt werden. 2013 war es soweit und mein Name stand endlich auf diesem Stein. Schon als kleiner Bub bin ich davor gestanden. Jetzt stehe ich schon zwei Mal drauf.

Deine persönliche schlechteste Erinnerung an Schleiz?

Das war bei der IDM 125. Im Jahr 2007 bin ich die ja noch neben dem Red Bull Rookies Cup gefahren. Im Training bin ich Daniel Kartheininger über die Karre gefahren. Danach hatte ich eine Gehirnerschütterung. Im Rennen durfte ich dann nicht fahren.

Die beste Stelle?

Das ist über den Buchhübel rüber und Richtung Stadt runter. Im sechsten Gang. Das ist auch mein persönlich stärkstes Stück. Da habe ich immer gegen Xavi Forés aufgeholt. Ach das ist das beste Stück überhaupt, das es gibt.

Ist die Strecke mit einer anderen Strecke vergleichbar?

Mit Zolder. Beide sind sehr anstrengend und ähneln sich durch die Kuppen.

Schleiz oder Zolder?

Auf alle Fälle Schleiz.

Was ist in Schleiz wichtiger: Power oder Set-up?

Eine Mischung aus beidem. Ich würde sagen 30 Prozent Power und 70 Prozent Set-up. Es gibt zwei, drei echt schnelle Stücke. Beim Rest zählt viel das Set-up. Das hat man 2015 gegen die Ducatis gesehen. Im ersten Rennen damals habe ich mich schwer getan. Im zweiten Rennen hatten wir ein besseres Set-up und ich habe überlegen gewonnen.

Und Schleiz mit der BMW S1000RR?

Man muss die Strecke wirklich zu 100 Prozent ausnutzen. Es gibt viele Linien dort. Aber nur eine ist wirklich schnell. Vor allem im ersten Sektor. Da muss man die Linie halten. Und über die Wellen rüber braucht man eine gute Bremsstabilität. In voller Schräglage braucht man eine gute Vorderrad-Führung. Und man braucht gute Traktion. Die Seng runter und auf Start/Ziel rauf.

Die Motorsport-Fans in Schleiz?

Das ist ganz was Besonderes. Dort gibt es bei der IDM die meisten Zuschauer und die sind echt Motorsport-verrückt. Auch wie sie neben der Strecke Party machen. Das ist wie der kleine Sachsenring.

Die Fahrerlager-Party?

Die kann man nur empfehlen. Ich weiß das von meinen Spezels, die haben am Sonntagmorgen immer gescheit ausgeschaut.

Über den Autor

Esther Babel

Die Fachfrau im Team und eine absolute Insider*In wenn es um die Rundstrecke von Mini Bike bis MotoGP geht. Als Redakteurin stets analytisch, meist neutral, oft aber auch kritisch hinterfragend. Bei Fahrern, Teams & Veranstaltern daher ebenso beliebt wie gefürchtet.

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