IDM Sidecar

Spannender Saisonauftakt mit einem dominierenden Team Schlosser/Hofer

Wer in Europa derzeit besten Gespann-Sport und volle Startfelder sehen will, der schwimmt entweder durch den Ärmelkanal und schaut sich die Gespanne auf der Insel an oder – für Faule wie mich – er fährt entspannt „um die Ecke“ zum Ring und wirft beide Augen auf die Gespannteams in der IDM Sidecar 2017!

Nicht weniger als 19 Gespanne fanden sich zum Auftakt der IDM Saison 2017 am Nürburgring ein – und damit 8 mehr, als zuletzt um den WM-Titel kämpften. Die Favoritenliste war lang, Namen wie Schlosser, Gürck, Sattler, Kretzer, Smits und Endeveld gehörten zu den potenziellen Podium-Kanditaten.

Bereits im ersten freien Training stellten Markus Schlosser & Thomas Hofer aber klar, über wenn der Weg zum Sieg gehen sollte. André Kretzer und sein Aushilfsschmiermaxe Jens Lehnertz waren von Beginn an die einzigen, die halbwegs das Tempo der beiden mitgehen konnten.

Im ersten Qualifying war es dann auch das Team Schlosser, welches sich die Pole-Position sichern konnte. Vor AKW-Kretzer-Racing, die zwar im zweiten Qualifying die schnellste Zeit fuhren aber an die Topzeit von Markus Schlosser vom Vormittag nicht mehr heran kamen. Hinter den beiden kamen mit Sattler Motorsport, Schröder Werth Sidecar Racing, RSC-Racing Roscher-Burkard-Penz13, Sidecar Racingteam Smits, PSV Wels – Gürck Racing, Drugsadvies Sidecarshop Racing, fun42-racing und RCN Factory Racing weitere bekannte Namen auf die 10 besten Startplätze im Grid – allesamt in der Lage, während des Rennens in Richtung Podiumplätze nach vorn zu fahren.

Rennen 1

Bereits um 17.00 Uhr am Samstag hieß es dann Ampel aus – bloß nicht auf Grün warten – und Renn-Action an!

Von Beginn an bestimmten Schlosser/Hofer und Kretzer/Lehnertz das Tempo an der Spitze. Dahinter reihten sich zu Beginn Uwe Sattler und Josef Neubert ein. Doch sie mussten bereits nach Runde 2 ihr Gespann mit losem Schaltgestänge abstellen. Das Duell um P3 zwischen Uwe Gürck und Mike Roscher spitzte sich im Laufe des Rennens zu und war an Spannung kaum zu überbieten, während vorne auf den ersten beiden Plätzen alles geklärt war.

In der vorletzten Runde ging beim Team Drugsadvies Sidecarshop Racing, mit Kees Endeveld als Fahrer, der Motor ein und zog eine Ölspur über den Hatzenbach-Bogen bis in die Zielkurve. Diese wurde Gürck & Roscher zum Verhängnis. Roscher kam beim Anbremsen der Veedol-Schikane auf die Ölspur und Gürck konnte nicht mehr ausweichen. Beide landeten heftig im Kiesbett, Mike Roscher und Uwe Gürcks Beifahrer Axel Kölsch kamen zur Untersuchung ins Krankenhaus – alle sind aber, bis auf die üblichen dunkelblau-lila-grünen Flecken, wohlauf!
Zuvor hatten sich auch #6 Weekers/Louwes Ausgangs der Bit-Kurve überschlagen – sie traten zum 2. Rennen nicht mehr an.

Markus Schlosser & Thomas Hofer (#9 Team Schlosser) gewannen souverän den ersten Lauf vor André Kretzer & Jens Lehnertz (#8 AKW-Kretzer-Racing PSV Wels), den letzten Podiumplatz sicherten sich John Smits & Gunter Verbrugge (#12 Sidecar Racingteam Smits). Die Top-5 komplettierten #5 Schröder Werth Sidecar Racing und #42 fun42-racing.

Rennen 2

Zur besten Mittagszeit am Sonntag stand der zweite Durchgang der Sidecars auf dem proppenvollen IDM Sonntags-Programm. Leider gab es mit Colin Nicholson/Ilse de Haas (#33 RCN Factory Racing) wegen technischer Probleme und Rogier Weekers/Miranda Louwes (#6 sidecarXperience) nach ihrem Unfall am Samstag zwei Gespanne weniger am Start.

Wieder war es Markus Schlosser, der von Beginn an das Tempo bestimmte und keine Zweifel an seinem zweiten Sieg aufkommen lassen wollte. Dahinter duellierten sich zu Beginn Josef Sattler und André Kretzer. Der übernahm in der 8. von 16 Runden, nach einem sehenswerten Überholmanöver in der Mercedes-Arena, Platz 2 und fuhr diesen auch sicher nach Hause.
Das Team Sattler Motorsport fiel in Runde 9 und 10 jeweils um zwei Plätze zurück und musste in Runde 11 dann mit technischen Problemen das Rennen vorzeitig aufgeben. Damit kam es um den letzten Podiumsplatz erneut zum Duell zwischen Roscher und Gürck. Dieses Mal ohne Ölspur-Überschlag und so sorgte Mike Roscher bereits drei Runden vor Schluss für die Entscheidung und sicherte sich an seinem Geburtstag den verbliebenen Platz auf dem Podium, gemeinsam mit seiner Beifahrerin Anna Burkard. Hinter ihm komplettierten #88 PSV Wels – Gürck Racing und #12 Sidecar Racingteam Smits die Top-5.

Freudig erwähnen – weil ein lieb gewonnener Freund aus der Dreirad-Fraktion – darf ich an dieser Stelle, dass die letztjährige YamZicka von Christian Ruppert (aka #42 fun42-racing), die in 2016 erst durch Reimplantation eines alten Herzens wieder zur weißen Prinzessin wurde, dank ihres neuen grünen Kawa-Herzens auch in Rennen zwei den Hulk unter dem weißen Prinzessinen-Outfit zündete und ihm Platz 7 bescherte. Ein Saisonauftakt, der dem Team sicherlich Hoffnung und viel Aufschwung gibt!

Auch die „Black-Beauty“ von Peter Schröder, mit dem Gridgirl von Daniel Kartheininger (rein zufällig auch seine Lebensgefährtin 😉 ) Denise Werth an Bord, konnte mit P6 weitere wertvolle Meisterschaftspunkte einfahren.

Für die Statistiker:

Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle an Marcus Gerzack, der mein mangelndes Knoff-hoff bei den Sidecars mit seinem Fachwissen ausgeglichen hat – jetzt bist du Ex-Ghost-Writer. 🙂

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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