IDM Superbike

Danny de Boer: Das Superstock1000*IDM Meister-Porträt

Ein Unbekannter war Danny de Boer vom niederländischen Team SWPM in der IDM 2016 nicht. Bereits im Jahr 2010 hatte er schon einmal in der Superbike-Kategorie vorbeigeschaut, bevor er in der Saison 2013 für das Team Batham in der Britischen Superbikemeisterschaft an den Start ging.

Von dort ging es für den heute 27-jährigen Niederländer wieder zurück nach Deutschland, wo er als Teamkollege von Michi Ranseder im Team Holzhauer Racing Promotion mit der Honda Fireblade in der IDM dabei war.

Zwei Jahre war Danny de Boer dann mit Unterstützung von Yamaha Niederlande und dem Team SWPM in der Superstock 1000 Klasse dabei. In der Saison 2015 schloss er mit Gesamtrang 6 ab. Weiter nach vorne kommen, war dann auch sein Wunsch für das Jahr 2016. Am Ende reichte es ganz nach vorne. Für de Boer nicht der erste Titel. Schon in seiner Heimat durfte er drei Mal den Gewinn der Meisterschaft feiern.

Zehn Siege und fünf zweite Plätze lieferte de Boer 2016 in der IDM Superstock 1000 ab und sammelte so 350 Punkte. Mehr als einmal ärgerte er dabei auch die Superbike-Abteilung und schaffte es beim Lausitzring-Wochenende sogar, vor allen anderen ins Ziel zu kommen. Ihm immer dicht auf den Fersen Luca Grünwald vom Team Freudenberg. Doch de Boer leistete sich keinerlei Fehler und erntete schon vorzeitig den Titel.

Anschließend erfolgte der Wechsel zu BMW und dem Team von Werner Daemen, in dem schon Markus Reiterberger, Erwan Nigon und Bastien Mackels erfolgreich diverse IDM-Titel eingefahren haben. Hier wird er in der IDM 2017 neben Markus Reiterberger, Jan Bühn und Arnaud Friedrich auch um die Markenmeisterschaft für das Team Van Zon-Remeha-BMW kämpfen.

Nun gewährt der Niederländer einen Blick hinter die Kulissen:
  1. Dein Motorrad in 2016?
    Eine Yamaha R1M. Das beste Bike, das ich je hatte. Einen Namen hatte sie nicht. Aber ich mochte sie.
  2. Die beste Strecke?
    Das ist für mich Portimao. Ich mag auch Assen als meine Heimstrecke. Aber das Layout in Portimao ist echt toll.
  3. Links- oder Rechtskurven?
    Scheinbar Rechtskurven. Zumindest sagt mein Data-Recording-Mann, dass ich eben in Linkskurven nicht so gut bin. Irgendwie fühle ich das auch. In Linkskurven ist es nervöser.
  4. Bremsen oder Beschleunigen?
    Beschleunigen. Am Gasgriff drehen ist einfach besser. Ich weiß nicht genau, aber es fühlt sich so an.
  5. Wem folgst Du auf Instagram?
    Maverick Vinales. Ich bin ein Fan von ihm. Was er mit dem Bike in der MotoGP macht, da habe ich großen Respekt davor.
  6. Der beste Film aller Zeiten?
    Ich schaue nicht so viele Filme. Und wenn, kann ich mich nicht so wirklich an die Namen erinnern. American Pie Teil 2 fand ich witzig.
  7. Blond oder braun?
    Da habe ich keine Prioritäten. Das hängt eher vom Komplett-Paket ab.
  8. Fisch oder Fleisch?
    Fleisch. Nein keine holländische Frikandel. Ein Steak, medium, auf keinen Fall blutig.
  9. Sekt oder Selters?
    Wenn, dann Wasser. Ich trinke keinen Alkohol.
  10. Strand oder Berge?
    Ganz klar Berge und da dann mit der Enduro fahren.
  11. Lokomotivführer oder Cowboy?
    Ich wollte Pilot in der Armee werden. Ich habe es sogar mal versucht, mich dort zu bewerben. Aber leider war ich in Mathe zu schlecht. Aber es war nicht so schlimm, denn damals nahm der Rennsport schon immer mehr Platz ein.
  12. MotoGP-Idol?
    Maverick Vinales. Der ist einfach gut. Dieses Jahr kann er Weltmeister werden.
  13. Superbike-WM oder MotoGP?
    MotoGP. Das ist einfach Top-Racing. Die Rennen selber sind bei der Superbike-WM besser. Aber die Atmosphäre und das Drumherum sind bei der MotoGP einfach besser.
  14. Abergläubisch?
    Ein klein wenig. Ich ziehe meine Handschuhe erst rechts, dann links an. Und vor dem Rennen rede ich mit mir selber und sag mir da ein paar Sachen. Aber was, verrate ich nicht.
  15. Serien-Junkie?
    Niemals, mag ich nicht.
  16. Laufen oder Radfahren?
    Fahrrad, denn es hat Räder.
  17. Skifahren oder Surfen?
    Ski fahren ist besser. Machen tue ich das aber nicht, ein, zwei Mal habe ich es probiert. Aber auf gar keinen Fall Surfen. Nichts mit Wasser, ich hasse Wasser.
  18. Karibik oder Asien?
    Karibik. Ich hab schon Bilder gesehen und es sah da einfach toll aus.
  19. Wohnmobil oder Hotel?
    Wohnmobil. Ich bin gerne an der Rennstrecke. Manchmal fahre ich allerdings mit dem Auto zum Rennen, denn mit dem Wohnmobil kommt man einfach nicht so schnell vorwärts.
  20. Der beste Song vor dem Rennstart?
    Ich höre vor dem Rennen keine Musik.
  21. Dunkles Visier oder helles?
    Immer ein dunkles. Das gibt mir mehr Ruhe. Ein helles ist so stressig, das dunkle ist entspannter.
  22. Beim wem fährst du hintendrauf mit?
    Das ist mir eigentlich egal. Spielt keine Rolle. Aber mögen tue ich das nicht. Manchmal kriegt man da echt Angst.
  23. Bei wem auf gar keine Fall?
    Kervin Bos. Er denkt, er ist schneller als er wirklich ist.
  24. Grossstadt oder Landluft?
    Eine kleine Stadt ist mir am liebsten. Da ist es nicht so hektisch. Ich lebe in Staphorst, das hat etwa 10.000 Einwohner.
  25. Kann ich super?
    Wenn es Räder hat und man Benzin reinfüllen kann, bin ich dabei.
  26. Kann ich gar nicht?
    Pilates. Das habe ich mal versucht, um beweglicher zu werden. Geht gar nicht.
Und was erwartet Danny für die Saison 2017?

Ich bin sehr froh, 2017 im Team Van Zon-Remeha-BMW dabei zu sein. In der Vergangenheit haben sie viele gute Resultate eingefahren. Die BMW ist natürlich komplett neu für mich, aber ich sehe das als Herausforderung und große Chance. Ich kann einen Teil meiner alten Crew mit ins Team bringen – die Jungs kennen mich gut und wissen, was mich schnell macht. Vor allem freue ich mich, mit Werner Daemen zusammen zu arbeiten. Er war selbst ein erfolgreicher und schneller Rennfahrer und weiß, was man braucht, um schnell zu sein. Das kann uns Fahrern nur helfen und ich bin in der neuen Saison heiss auf Podestplatzierungen.

Über den Autor

Esther Babel

Die Fachfrau im Team und eine absolute Insider*In wenn es um die Rundstrecke von Mini Bike bis MotoGP geht. Als Redakteurin stets analytisch, meist neutral, oft aber auch kritisch hinterfragend. Bei Fahrern, Teams & Veranstaltern daher ebenso beliebt wie gefürchtet.

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