Suzuki Cups

Die „Lucy & Lenz Show“ – Suzuki GSX-R1000 und SV650 Cup auf dem Circuit Zolder

Schauplatz für die beiden Suzuki Cups im Rahmenprogramm der IDM war am vergangenen Wochenende der traditionsreiche Circuit Zolder im Nordosten Belgiens. Eine besondere Situation für die Piloten: Die freien Trainings fanden bereits am Donnerstag statt, sodass Teams und Fahrer bereits am Mittwoch nach Zolder reisten. Am Donnerstag sammelten die Suzuki Piloten in den freien Trainings erste Erfahrungen auf der 4000 Meter langen, ehemaligen GP-Strecke, auf der die Suzuki Cups zuletzt 2015 im Rahmen der IDM zu Gast waren.

Suzuki GSX-R1000 Cup

Im Qualifying des Suzuki GSX-R1000 Cups legte Gaststarterin Lucy Glöckner auf dem Dunlop Art Bike eine beeindruckende Performance hin und sicherte sich mit 1,5 Sekunden Vorsprung die Pole-Position. Die einzige Amazone im Feld, derzeit Deutschlands schnellste Frau auf zwei Rädern, ist in diesem Jahr als Fahrerin u.a. in der DLC sowie der FIM-EWC am Start und gibt als Instruktorin bei Rennstreckentrainings ihr Wissen weiter. 2014, damals noch als IDM Pilotin für das Wilbers BMW-Team unterwegs, konnte sie in Zolder beide Rennen in der Superstock1000-Wertung gewinnen. Die Vorzeichen standen also auf „Frauenpower“ bei den Kilo-Gixxern, nachdem Lucy auch die freien Trainings schon dominiert hatte. Die erste Startreihe komplettierten Maximilian Weihe und Udo Reichmann.

Der zweite Neuzugang im Feld, Chris Schmid, hatte seine „Nemo“ getaufte und wundervoll in orange/weiß lackierte GSX-R1000 im ersten Qualifying – bei einem Highspeed-Crash in einer der schnellsten Kurven in Zolder – zu wilden Luftsprüngen animiert. Fliegende Fische sind in der Natur zwar bekannt, aber sie überleben halt auch nur unbeschadet, wenn sie sanft wieder im Wasser landen können. 😉 Nemo wurde bis zum QP2 aber vollständig reanimiert und es reichte dann immer noch für P5 im Grid.

Rennen 1 GSX-R1000 Cup

Im ersten Rennen am Samstagnachmittag legte Lucy Glöckner direkt einen beeindruckenden Start hin und konnte sich sehr schnell von ihren Verfolgern absetzen. Am Ende trennten sie mehr als 24 Sekunden von Maximilian Weihe, der seine zweite Position ebenfalls souverän vom Start ins Ziel brachte. Udo Reichmann musste seinen dritten Platz gegen Michel Eigenmann verteidigen. Reichmann verlor zunächst nach dem Start einen Platz, konnte in der vierten Runde aber wieder am Schweizer Michel Eigenmann vorbeigehen und verteidigte den Platz auf dem Treppchen, bis das Rennen nach 13 Runden abgewunken wurde.

Von Problemen bei René Raub und Tim Stadtmüller profitierte der Sieger des ersten Laufes am Nürburgring, Martin Mattivi, der das Rennen hinter Eigenmann auf Rang fünf beendete. Die Top10 komplettierten Daniel Bergau (P6), der als Teamchef für seinen verletzten Fahrer Christof „Fifty“ Höfer einsprang, Georg Einzmann (P7), Tuff-Enuff Fahrer Sven Gödicke (P8), Tim Stadtmüller (P9) und René Raub (P10).

Chris Schmid und Nemo hatten bereits in Runde 3 erneut eine belgische Bodenprobe entnommen und entschlossen daraufhin, dass der Circuit Zolder wohl an diesem Wochenende nicht das richtige „Riff“ für Nemo & Reiter wäre. Beide haben zwar etwas (Haut-)Schuppen gelassen, sind aber wohlauf – und das ist die Hauptsache!

Endergebnis Rennen 1 als PDF-Datei

Rennen 2 GSX-R1000 Cup

Auch im zweiten Lauf am Sonntag konnte Lucy Glöckner ihre Klasse unter Beweis stellen, und machte ihr Wochenende mit dem zweiten ungefährdeten Sieg perfekt. Als echte „Lady“ im Feld, begnügte sie sich auf dem Dunlop Art Bike dieses Mal mit 17 Sekunden Vorsprung. Man(n) munkelt, dass die örtliche Männer-Selbsthilfegruppe zwischenzeitlich am Telefon erklärt hatte, der Stuhlkreis der abendlichen Therapiesitzung sei nicht mehr zu erweitern, die Kapazitätsgrenzen wären erreicht. Auch von einem akuten Notstand an Taschentüchern war im Fahrerlager zu hören – dies müssen wir aber als #FakeNews von uns weisen…* 😉

Den zweiten Rang und damit, bedingt durch Glöckners Gaststart, die volle Meisterschaftspunkte-Ausbeute sicherte sich der 23-Jährige Tim Stadtmüller. Timmy, der im ersten Lauf nach einigen Problemen nur auf dem neunten Rang landete, kämpfte sich im zweiten Durchgang beherzt von der neunten Startposition nach vorn. Nach einem Ausfall von Maximilian Weihe sicherte sich Udo Reichmann den dritten Platz, vor Michel Eigenmann und Georg Einzmann. Die Top10 in Rennen 2 wurden von Sven Gödicke (P6), Martin Mattivi (P7), Dominik Jung (P8), Daniel Kitsch (P9) und Andreas Triebel (P10) komplettiert.

Endergebnis Rennen 2 als PDF-Datei

*Ist natürlich alles nur Spaß! In Echt hat Jean Pierre Krämer von JP Performance, der für das Design des Dunlop Art Bikes verantwortlich zeichnet, den Motor auf 1.111 ccm aufgebohrt und mit Lachgas-Einspritzung versehen… 😉 😀 (oh weh, noch mehr Unfug!) Lucy ist einfach eine Granate auf dem Bike!

Suzuki SV650 Cup

Auch der Suzuki SV650 Cup zeigte in Zolder erneut seine Qualität. Schon im Qualifying wurde klar, auf welchem Niveau in dieser Saison gefahren wird: Vorjahresmeister Pascal Lenz brannte mit seiner 72 PS Maschine eine Rundenzeit von 1:47.747 in den belgischen Asphalt und sicherte sich damit die Pole-Position vor Justus Weinke und Robert Conrads.

Diese drei lieferten sich gemeinsam mit Marcus Andruchiewicz und Gaststarter Sebastian Bursig im ersten Lauf einen spektakulären Kampf. Nach einem heftigen Abflug von Justus Weinke, der zum Glück ohne Folgen blieb, sicherte sich Robert Conrads den zweiten Platz vor Sebastian Bursig. Dahinter folgten  Marcus Andruchiewicz (P4), Kai-Uwe Lenz (P5), Ludwig Plinke (P6), Carsten Stork (P7), Sascha Thau (P8), Ole Bismark (P9) und mit Marco Schneider (P10) ein weiterer Gaststarter.

Zum Abschluss des IDM Wochenendes fand am Sonntagabend der zweite Lauf des Twin700 Cups mit Gladius und SV650 bei enormer Hitze statt. Nach sieben Runden mit einigen Positionswechseln und harten Fights ging Sascha Thau derart heftig zu Boden, dass das Rennen abgebrochen und einige Minuten später mit einer verkürzten Distanz von fünf Runden erneut gestartet wurde.
Nach dem Re-Start lieferten sich Pascal Lenz und Robert Conrads einen spektakulären Kampf, doch Conrads fand keinen Weg am amtierenden Meister vorbei, der mit zwei Laufsiegen ein weiteres perfektes Wochenende verzeichnen konnte. „Lenz 100 Points“ – ob wir ihn mal zum ESC schicken können?!?

Auch Marcus Andruchiewicz und Sebastian Bursig kämpften erbittert um den letzten Platz auf dem Podium, bevor Bursig mit einem technischen Defekt ausfiel. Die ersten drei Piloten kamen dicht hintereinander über die Ziellinie, mit fünf Sekunden Luft folgten Kai-Uwe Lenz und Carsten Stork. Die Top10 komplettierten Justus Weinke (P6), Ludwig Plinke (P7), Ole Bismark (P8), Marvin Eckert (P9) und Christian Herzog (P10).

Endergebnis Rennen 1 als PDF-Datei
Endergebnis Rennen 2 als PDF-Datei

Der nächste Einsatz für die Suzuki Piloten findet schon in wenigen Wochen statt: Vom 28. bis 30. Juli gastiert die IDM auf dem Traditionskurs Schleizer Dreieck.

Aktueller Meisterschaftsstand im Suzuki GSX-R1000 Cup

#NameGes. Pkt.
73Christof "Fifty" Höfer171
4Michel Eigenmann160
66Maximilian Weihe151
7Udo Reichmann128
23Tim Stadtmüller118
64Georg Einzmann99
14Martin Mattivi85
61René Raub70
63Dominik Jung67
25Daniel Kitsch57
12Andreas Triebel52
50Bernd Ruber40
17Siegfried Krause31
2Chris Schmid30
87Martin Stierli29
74Jamal Bounoua27
27Bálint Kovács19
68Georgios Ieronymos16

Aktueller Meisterschaftsstand im Suzuki SV650 Cup

#NameGes. Pkt.
94Pascal Lenz161
44Justus Weinke147
63Kai-Uwe Lenz124
6Marcus Andruchiewicz116
7Robert Conrads111
15Ludwig Plinke101
21Carsten Stork91
27Ole Bismark71
16Kay Metzke54
18Marvin Eckert53
86Christian Herzog42
23Maurice Langrenay40
28Timo Krüger32
71Sascha Thau28
65Uli Löhr27
58Jens "JackSenn" Theuer21
64Thomas Biederwolf10
52Patrick Wettey8
8Niklas Wiesner6
61Uwe Seitz (PS)5
92Peter Hölpert5
14Arne Mudra3
9Michael Enders2
81Markus Schmitz1
91Klaus Hierl0
51Arne Fischer0

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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