Yamaha R6-Dunlop-Cup

Einblicke: Die mobile IDM-Praxis von Fritz Heuser

Seit 30 Jahren betreibt Fritz Heuser als Heilpraktiker der Physiotherapie in Frankfurt am Main eine Praxis für Schmerztherapie. Seit vielen Jahren gehört er mit seiner mobilen Praxis, im Fahrerlager stets beim Yamaha R6 Dunlop Cup zu finden, zu einer festen Größe.

Als Therapeut kümmert er sich vor und während der Saison um die Fahrer des Yamaha-Cups, betreut aber auch jeden anderen, der sich bei ihm einfindet. Spezialisiert hat er sich inzwischen auf die Behandlung von Sturzverletzungen. Nun gibt er uns einen kleinen Einblick in sein Tätigkeitsfeld und seine ganz spezielle Kundschaft.
Gedächtnislücken weist er dabei lediglich bei der Frage nach seinem Alter auf. «Oh, habe ich vergessen», versucht er auszuweichen. «So cirka 56, seit ein paar Jahren.»

Was kommt in deiner mobilen Praxis bei den Rennen denn am häufigsten vor?
Das  hängt ganz von der Rennstrecke ab. Oft ist es Arm-Pump oder Verspannungen im Schultergürtel. Aber auch manchmal Knochenbrüche. Ich setze da auch auf Homöophatie in Verbindung mit Magnetfeld. Bei Knochenbrüchen bekommt man so eine Beschleunigung beim Zusammenwachsen um 30 bis 35 % schneller hin.

Kannst du dich an deinen außergewöhnlichsten Fall erinnern?
Ach da gibt es mehrere. Bei Jörg Teuchert haben wir mit Magnetfeld mal einen Schlüsselbeinbruch schneller zusammengebracht. Das war im Jahr 2000 als er am Ende Supersport-Weltmeister wurde. Oder bei Kenan Sofuoglu. Da war er noch kein Weltmeister und hatte einen Kahnbeinbruch. Damit kann man schon mal zweieinhalb bis drei Monate zubringen. Er kam dann zu mir nach Frankfurt und wir haben ihn quasi rund um die Uhr behandelt. Drei Wochen später ist er beim FIM Superstock 1000 Cup in Brünn aufs Podest gefahren. Chiropraktiken mache ich auch gerne.

Werden Rennfahrer schneller wieder fit als normale Patienten?
Sie haben eindeutig mehr Ehrgeiz, gesund zu werden. Ich kann den Schmerz quasi sehen, wenn ich ihn mit den Fingern fühle und ich weiß, um was es bei den Jungs geht. Ein Finanzbeamter lässt sich da schon mal eher drei Monate krankschreiben.

Gibt es Dauerkunden?
Da kann man jetzt keine nennen, sonst geht der ja als Pussi durch. Aber Arm-Pump Kunden kommen oft. Ich bin von der minimalinvasiven Operation ja nicht so überzeugt. Zuwendung ist bei der Behandlung natürlich auch dabei und da brauchen manche eben mehr. Ich beschäftige mich auch mit Mental-Coaching.

Kannst du selber auch Motorrad fahren?
Zu meinen besten Zeiten hatte ich fünf Stück zuhause. Jetzt sind es noch zwei, eine 125er Suzuki und eine 750er Honda K1.

Sind Rennfahrer vernünftige Patienten?
Da unterscheiden sie sich wenig von anderen. Sie sind vielleicht etwas vernünftiger und befolgen die Anweisungen genauer. Weil sie halt wieder schnell auf’s Motorrad wollen.

Was ist in der Vorbereitung der Sportler in deinen Augen das Wichtigste?
Die körperliche Fitness und das Konzentrationsvermögen. Wer da fit ist, hat einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Rennen werden nicht umsonst häufig in der letzten Runde entschieden. Jedes gesparte Kilogramm Körpergewicht bringt natürlich auch Vorteile bei der Beschleunigung. Außerdem sind Fahrer mit einem guten Muskeltonus bei einem Sturz besser geschützt und die Verletzungen im Schnitt weniger schwerwiegend.

Was bringt dir der Einsatz beim Yamaha R6 Dunlop Cup und der IDM beruflich?
Ich hatte das Glück, mein Hobby zum Beruf zu machen. Rennfahrer wollte ich selber nie werden. In meiner Frankfurter Praxis bringt es mir wenig, dafür sind Verletzungen und Indikationen zu unterschiedlich.

Welcher Fahrer hat sich dir besonders eingeprägt?
Da muss ich Jörg Teuchert erwähnen. Als der bei mir war, lernt man von einem Menschen auch mal eine andere Seite kennen. Nach einer DMSB-Feier haben wir mal den Pokal im Taxi liegen gelassen. Auch an Kenan Sofuoglu habe ich solche Erinnerungen.

Über den Autor

Esther Babel

Die Fachfrau im Team und eine absolute Insider*In wenn es um die Rundstrecke von Mini Bike bis MotoGP geht. Als Redakteurin stets analytisch, meist neutral, oft aber auch kritisch hinterfragend. Bei Fahrern, Teams & Veranstaltern daher ebenso beliebt wie gefürchtet.

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