Alpe Adria

Alpe Adria: Arnaud Friedrich glänzt mit Doppelsieg vor heimischem Publikum

Vom 5. bis 7. Oktober war die Alpe Adria International Motorcycle Championship – AAIMC zum Saisonfinale 2018 in der Motorsport Arena Oschersleben zu Gast. Bei seinem Heimrennen konnte der junge Rennfahrer aus Limbach-Oberfrohna mit dem Team LRP Poland nochmals ein Ausrufezeichen setzen und stieg zweimal ganz oben aufs Siegerpodest.

Der Meistertitel in der AAIMC Superstock 1000-Klasse war vor dem Saisonfinale bereits an den nun sechsfachen Champion Michal Filla gegangen. Arnaud Friedrich hatte sich ebenfalls bereits den Titel des besten Nachwuchsfahrers 2018 in der Alpe Adria Superstock 1000 gesichert. Aber dennoch galt es für den Teenager vom Sachsenring, sich, seinem Team und den zahlreich angereisten Fans und Sponsoren nochmals zu zeigen, dass er auf ihm bekannten Rennstrecken auch den deutlich erfahreneren Filla knacken und besiegen kann.

„Ich hätte mir zwar den Meistertitel in diesem Jahr gewünscht“, gab Arnaud Friedrich bereits vor den Finalrennen zu, „aber da die meisten Strecken für mich absolut neu waren, war das wohl etwas zu optimistisch gedacht.“
Welch ein Potenzial ihn ihm steckt wenn er keinen Erfahrungsnachteil gegenüber Filla und seinen langjährigen Konkurrenten aus der AAIMC hat, bewies er dann sofort in den freien Trainings die er jeweils auf Platz 1 beendete. „Wir hatten während der Trainings sogar noch mit kleinen technischen Problemen zu kämpfen, so dass ich etwas an Fahrzeit verloren habe und nicht ganz optimal vorbereitet in das Qualifying gegangen bin. Am Ende sprang aber auch da ein guter zweiter Rang für mich heraus, nur 7 Hundertstelsekunden hinter Filla. Mein Team hat wieder einen Top-Job gemacht und das Motorrad perfekt für die Rennen vorbereitet“, resümierte er.

Den Start in das erste Rennen des Wochenendes erwischte er nahezu perfekt und konnte sich direkt an das Hinterrad von Filla heften. Hinter ihm lag mit Michal Prášek sein härtester Verfolger im Gesamtklassement. So fuhr das Trio bis zur Rennmitte auch in seiner eigenen Liga und konnte sich nach 8 Runden bereits deutlich, mit über 15 Sekunden von den Verfolgern absetzen. In der neunten von insgesamt fünfzehn Runden erwischte es dann zuerst Filla, der mit technischem Defekt ausschied, bevor es dann auch Prášek bei seiner Jagd auf Friedrich etwas übertrieb und er stürzte.
„Ich lag dann auf Platz 1 und hab sogar etwas Tempo rausgenommen, da der Vorsprung so deutlich war. Am Ende kam ich mit fast 18 Sekunden Vorsprung als Erster ins Ziel“, so Arnaud Friedrich nach dem Rennen. Sieg und schnellste Rennrunde brachten dem Teenager 26 Punkte aufs Konto und damit war ihm auch der Vizetitel in der Alpe Adria Superstock 1000 vor dem letzten Rennen der Saison nicht mehr zu nehmen. Aber er wollte Filla natürlich auf der Strecke besiegen – nicht durch einen technischen Defekt.

So ging es am Sonntag mit ausreichend Motivation auch in das letzte Rennen der Saison. Erneut kam er gut vom Start weg und konnte sich hinter Filla bei der Zufahrt zur ersten Kurve platzieren. „In die erste Kurve rein hatte ich dann aber einen großen Rutscher am Hinterrad, was mich zwei Plätze gekostet hat. Ich konnte mich wieder an Filla ran kämpfen und ihn zur Rennmitte auch auf der Strecke überholen“, schilderte er den Rennverlauf aus seiner Sicht. „Ich bin dann mein Tempo gefahren, wusste aber, dass Filla an mir dran geblieben war. Ich hab in den letzten Runden nochmals richtig gepusht, konnte in der letzten Runde sogar erneut die schnellste Rennrunde hinlegen und kam so mit gut 1,8 Sekunden Vorsprung auf Filla als Erster über die Ziellinie“, strahlte er nach dem Rennen.

Platz 2 im Qualifying, zweimal die schnellste Rennrunde und zwei Siege brachten Arnaud Friedrich 54 Meisterschaftspunkte an dem Wochenende ein. Da die beiden Rennen auch für die Polnische Meisterschaft gewertet wurden, in der Friedrich für sein Team LRP Poland ebenfalls am Start war, brachte ihm das auf der Zielgeraden auch noch den Vizemeistertitel dieser Meisterschaft ein. Dementsprechend glücklich und zufrieden war man im gesamtem Team mit der Leistung des jungen Sachsen in dieser Saison.

„Ich habe zum Finale auf meiner Heimstrecke nochmals das Beste rausgeholt und konnte auch die Erwartungen an mich im Team voll und ganz erfüllen. Jetzt freue ich mich aber auch auf die knapp 3 Monate Pause, bis dass die ersten Tests auf der neuen BMW S1000RR in 2019 anstehen“, gab Arnaud Friedrich noch zu Protokoll. „Die Saison verlief ganz gut, war aber lang und hart mit den vielen Einsätzen in den unterschiedlichen Meisterschaften. Ich hatte immer nur so ein oder zwei Wochen Pause zwischen den einzelnen Tests und Rennen – das werden wir wohl auch für die kommende Saison etwas eindämmen. Ich werde mich jetzt erst einmal wieder regenerieren und dann schauen wir mal, was die Saison 2019 so für mich bringen wird“, fügte er noch hinzu.

Das gesamte Team von Arnaud vom Sachsenring möchte sich bei den Sponsoren, Freunden und Fans für die Unterstützung in der Saison 2018 herzlich bedanken!

Die Ergebnisse der AAIMC STK1000 aus Oschersleben (GER) im Überblick
Qualifying / Startaufstellung

1. 1:27.593 Michal Filla (CZE, BMW)
2. 1:27.662 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 1:28.668 Michal Prášek (CZE, BMW)

Rennen 1

1. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
2. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)
3. Adrian Pasek (POL, Yamaha)

Rennen 2

1. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
2. Michal Filla (CZE, BMW)
3. Michal Prášek (CZE, BMW)

Meisterschaftstand Alpe Adria 2018

1. 290 Punkte Michal Filla (CZE, BMW)
2. 209 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 131 Punkte Adrian Pasek (POL, Yamaha)

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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