Alpe Adria

Alpe Adria: Arnaud Friedrich holt wichtige Meisterschaftspunkte im polnischen Posen

In der Alpe Adria International Motorcycle Championship – AAIMC scheint Arnaud Friedrich derzeit ein Abonnement auf zweite Plätze zu haben. Der fünffache Meister Filla profitierte auch im polnischen Posen von seinem Erfahrungsschatz auf den welligen Pisten im Osten Europas, die für Friedrich das sprichwörtliche Neuland sind.

Obwohl quasi das Heimrennen für sein Team LRP Poland, welches in der Nähe der Rennstrecke im Westen Polens stationiert ist, hieß es für Arnaud Friedrich aus Limbach-Oberfrohna in den freien Trainings am Freitag erst einmal „Strecke kennenlernen“, denn auf dem winkligen und welligen Stop-and-Go Kurs war der Teenager vom Sachsenring zuvor noch nie unterwegs.

Dennoch konnte Arnaud sich bereits in den freien Trainings den Spitzenplatz Nr. 2 hinter dem aktuell führenden Filla sichern, und damit den größten Teil seiner Konkurrenten hinter sich lassen. Auch im Qualifying konnte er diesen angestammten Platz behaupten und stand so bei beiden Rennen in vorderster Reihe auf Startplatz zwei.

Der Start ins erste Rennen des Wochenendes verlief noch gut und Arnaud konnte sich über die ersten Runden auf Platz zwei im Feld halten. Ein Rennabbruch in Runde 8 vereitelte dann aber auch eine Zielankunft auf dem Treppchenplatz. Als er zum Re-Start für ein fünf Runden Sprintrennen am Nachmittag wieder in die Startaufstellung fuhr, war Arnaud allerdings der einzige Pilot auf bereits gebrauchten Reifen im Grid. So konnte er nach dem Start das hohe Anfangstempo nicht ganz mitgehen und fiel zwischenzeitlich auf Platz vier zurück. „Als ich nach der dritten Runde einen Angriff auf die Podesplätze setzen wollte, merkte ich plötzlich, dass mein Fuß ganz heiß wurde“, schilderte er den Rennverlauf. „Ich hab dann nach unten geguckt und da ist überall Wasser rausgekommen. Irgendwie ist der Kühlerschlauch bzw. ein Stück davon abgegangen und ich musste das Motorrad notgedrungen abstellen. Das Rennen war damit gelaufen für mich und natürlich auch wichtige Punkte in der Meisterschaft damit weg. Aber wir haben in der Alpe Adria ein Reglement mit Streichresultaten, insofern ist im Kampf um die Meisterschaft noch nichts verloren.“

Im zweiten Rennen legte Arnaud Friedrich einen sehr guten Start hin und konnte die ersten fünf Runden in Schlagdistanz zu Filla bleiben. „In der sechsten Runde hatte ich leider urplötzlich ein Schaltproblem“, erklärte er nach dem Rennen. „Gott sei dank war das Problem nach einer Runde genauso schnell wieder weg, wie es aufgetreten war. Ich hatte dann aber so ein bisschen den Faden und auch den Anschluss verloren und hatte ca. fünf Sekunden Rückstand auf den Führenden. Ich selber lag wiederum fast 15 Sekunden vor dem Drittplatzierten hinter mir. In den letzten fünf Runden des Rennens wurde dann der Hinterreifen sehr rutschig und so habe ich das Tempo rausgenommen, um nichts mehr zu riskieren“.

Am Ende fuhr Arnaud auf einem ungefährdeten zweiten Platz und mit knapp 10 Sekunden Vorsprung vor seinem direkten Verfolger über die Ziellinie. Dass er zum Sieger ebenfalls einen deutlichen Abstand hatte, nahm er gelassen. „Ich gehe optimistisch in die nächsten Rennen“, so sein Fazit nach dem Wochenende. „Wir haben in den Rennen hier gesehen, dass ich selbst auf der mir unbekannten Strecke in Schlagdistanz zu Filla bleiben konnte. Der kennt die Strecke hier in Polen aber in etwa so gut, wie ich den Sachsenring – das ist ein großer Vorteil. Wir haben noch acht Rennen in der Meisterschaft vor uns und mit dem Pannonianring, dem Red Bull Ring und Oschersleben kommen noch drei Strecken, auf denen ich bereits gefahren bin und wo wir auch teilweise noch Tests im Vorfeld fahren werden. Auch wenn Filla aktuell den ‚Reiti des Ostens‘ gibt, der Kampf um den Meistertitel ist noch nicht verloren für uns“, fügte er kämpferisch hinzu.

In der Meisterschaft führt Michal Filla nun mit der Maximalausbeute von vier Siegen in vier Rennen und insgesamt 110 Punkten (es gibt auch noch Bonuspunkte für die Top3 des Qualifyings sowie für die schnellste Rennrunde). Arnaud liegt aber mit 64 Punkten (inklusive „Streichresultat“) noch aussichtsreich dahinter.

Das nächste Rennen im Rahmen der AAIMC findet vom 29. Juni bis 1. Juli auf dem Pannonianring in Österreich statt. Vorher hat Arnaud Friedrich aber im Rahmen der German Speedweek 2018 vom 7. bis 9. Juni in Oschersleben noch die Gelegenheit, sich erneut in der FIM Endurance Weltmeisterschaft zu beweisen und auch bei seinen Ex-Kollegen der IDM Superbike vorbei zu schauen, die dort im Rahmenprogramm ihre Rennen 3 & 4 ausrichten werden.

Die Ergebnisse der AAIMC aus Posen (POL) im Überblick

Qualifying / Startaufstellung

1. 1:32.558 Michal Filla (CZE, BMW)
2. 1:33.042 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 1:33.160 Bartlomiej Wiczynski (POL, BMW)

Rennen 1

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Bartlomiej Wiczynski (POL, BMW)
3. Adrian Pasek (POL, Yamaha)

DNF Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 2

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. Michal Prášek (CZE, BMW)

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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