Alpe Adria

Alpe Adria: Arnaud Friedrich mit Doppel-Podium in kroatischer Gluthitze

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Zweimal Platz 3 und wichtige Meisterschaftspunkte für Arnaud Friedrich | © LRP Poland

Auf dem Automotodrom Grobnik, in der Nähe von Rijeka gelegen, standen für Arnaud Friedrich vom 27. bis 29. Juli die Rennen sieben und acht der Alpe Adria International Motorcycle Championship – AAIMC – in der Klasse Superstock 1000 an.

Für den jungen Rennfahrer aus Limbach-Oberfrohna und sein Team LRP Poland bedeutete dies gut 1.000km Anreise zur Rennstrecke nahe der Adriaküste, die in den Jahren 1978 – 1990 auch 13 mal Austragungsort der Motorrad-Weltmeisterschaft war. Dass der anspruchsvolle und 4,168km lange Kurs mit 15 Kurven für Arnaud erneut „Neuland“ darstellte, merkte man seinen Ergebnissen am Ende nicht an.

Auch in Kroatien hatten die Teams und Fahrer mit der aktuellen Hitze in Europa zu kämpfen. Bei Temperaturen deutlich oberhalb von 35° C wurden Fahrer und Reifen aufs Äußerste gefordert. So kam es besonders darauf an, ein gutes Setup auf der teils sehr welligen Piste zu finden, und die am Rande der Belastungs- und damit auch Haftungsgrenze arbeitenden Reifen bestmöglich zu schonen.

Dies gelang Arnaud und seinem Team auch recht gut und so konnte bereits in den Freien Trainings ein Platz unter den Top 8 erarbeitet werden. Im Qualifying am Samstagvormittag legten Team und Fahrer nochmals nach, schließlich hatte Arnaud sich nun auch bereits etwas Streckenkenntnis „erfahren“. Am Ende sprang ein sechster Startplatz für den 18-jährigen Racer vom Sachsenring heraus – gegen die internationale Konkurrenz in der Alpe Adria, die die Strecke teilweise aus dem Effeff kennt. Insbesondere die Lokalmatadoren machten deutlich, wie sehr „Heimstrecke“ unter solch schwierigen Bedingungen zu einem Vorteil werden kann.

„Startplatz sechs ist ganz ok“, meinte Arnaud nach dem Qualifying. „Es sind viele Fahrer hier aus der Gegend dabei, die die Strecke natürlich sehr gut kennen. Da hatte selbst Filla am Anfang zu kämpfen. Für die Rennen bin ich aber zuversichtlich, dass wir da über die Distanz noch ein paar Plätze gut machen können.“

Mit dieser optimistischen Einstellung stand er am späten Nachmittag auch in der Startaufstellung zum ersten Rennen des Wochenendes. „Mein Start ins erste Rennen war richtig gut“, analysierte er nach dem Rennen. „Ich hatte mich schnell auf Platz vier vorgearbeitet, als dann der Drittplatzierte vor mir gestürzt ist und das Rennen abgebrochen werden musste. Beim Re-Start ging ich somit von Position drei ins verkürzte Rennen und konnte den Platz mit einem guten Start behaupten. Nach den ersten Runden waren die zwei Piloten vor mir etwas enteilt, aber die Konkurrenz hinter mir konnte ich in Schach halten und den dritten Platz einfahren. Gerade mal die vierte Session hier auf der neuen Strecke und direkt ein erstes Podium“, strahlte er im Parc fermé, gezeichnet von den extremen Bedingungen und der hohen Hitzebelastung, bevor er sich im Pool im Fahrerlager erst einmal eine Abkühlung gönnte.

Der Start in den Rennsonntag verlief auch wieder positiv. Arnaud konnte im morgendlichen Warm-Up die Zeiten vom Vortag bestätigen und war zuversichtlich, als er auf Startplatz fünf in der Startaufstellung stand, auf den er sich mit seiner schnellsten Rennrunde im ersten Rennen vorgearbeitet hatte. „Mein Start ins zweite Rennen verlief nicht so gut“, musste er selbstkritisch nach dem Rennen eingestehen. „Ich hatte Wheelie-Probleme beim Losfahren und bin erst einmal auf meinem fünften Platz hängen geblieben. Danach konnte ich mich aber sukzessive vorarbeiten und war zur Rennmitte, auf Platz drei liegend, fast an den beiden Führenden dran. Leider haben meine Reifen bei der Hitze von gut 36° doch sehr stark abgebaut und ich hatte massiv mit Slides zu kämpfen. Ich musste dann mit der Traktionskontrolle spielen, um den dritten Platz noch sicher ins Ziel zu fahren“, so Arnaud nach dem Rennen.

Mit zwei dritten Plätzen und 32 Punkten in der Meisterschaftswertung konnte Arnaud Friedrich seinen zweiten Gesamtplatz in der Meisterschaft weiter festigen. Und so fällt sein Fazit vom letzten Rennwochenende vor der Sommerpause auch positiv aus: „Ich bin sehr zufrieden mit dem Wochenende. Das Team hat über die gesamte Zeit einen tollen Job gemacht und wir sind bereits am Freitag gut ins Wochenende gestartet. Auch das Team war mit meiner Leistung sehr zufrieden, hier, beim ersten Mal auf der für mich unbekannten Strecke.“

Arnaud hängt jetzt ein paar Tage verdienten Urlaub an der kroatischen Adriaküste an, bevor es für ihn in zwei Wochen in der polnischen Meisterschaft weitergeht. Das nächste Rennen der AAIMC findet vom 31.8. bis 2.9. auf dem Red Bull Ring in Österreich statt.

Die Ergebnisse der AAIMC vom Automotodrom Grobnik (CRO) im Überblick
Qualifying / Startaufstellung

1. 1:26.984 Michal Filla (CZE, BMW)
2. 1:27.387 Michal Prášek (CZE, BMW)
3. 1:27.988 David Bozic (SVN, Yamaha)
6. 1:28.916 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 1

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Michal Prášek (CZE, BMW)
3. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 2

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Michal Prášek (CZE, BMW)
3. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Meisterschaftstand Alpe Adria nach 8 von 12 Rennen 

1. 217 Punkte Michal Filla (CZE, BMW)
2. 131 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3.   99 Punkte Michal Prášek (CZE, BMW)

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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