Alpe Adria

Alpe Adria: Friedrich festigt 2. Gesamtrang bei herbstlichen Bedingungen

Gute 650 km vom heimatlichen Limbach-Oberfrohna entfernt, ging für Arnaud Friedrich und sein Team LRP Poland vom 31.8. bis 2.9. die Sommerpause der Alpe Adria International Motorcycle Championship – AAIMC auf dem österreichischen Red Bull Ring zu Ende.

Gemeinsam mit seinem Rennfahrerkollegen Max Enderlein, der aktuell in der Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft – IDM die Klasse Supersport 600 anführt, ging es am Donnerstag vom Sachsenring aus in Richtung Spielberg. Enderlein nutze das IDM-freie Wochenende für einen Ausflug in die AAIMC und die Racer-Fahrgemeinschaft wollte natürlich erfolgreich die sächsischen Landesfarben auf der ultra-schnellen MotoGP™ WM-Piste hochhalten.

Nachdem die bisherige Saison für nahezu alle Motorrad-Rennfahrer von Hitzerennen und besten, trockenen Streckenbedingungen geprägt war, zeigte sich der kalendarische Herbstanfang auch in Österreich von seiner eher kalten und – teilweise – auch nassen Seite.

Zwei der drei freien Trainings am Freitag konnten aber unter trockenen, wenn auch kühlen Bedingungen absolviert werden. Arnaud Friedrich zeigte hier seine aufsteigende Form und konnte mit sehr schnellen Rundenzeiten auf Platz 2 hinter dem bis dato ungeschlagenen Filla überzeugen. Am Ende des ersten Tages trennten die beiden nur 0,135 Sekunden – der bisher geringste Abstand zwischen Filla und seinem Verfolger in der Gesamtwertung.
„Der Red Bull Ring ist eine schöne Strecke, die mir sehr gefällt. Als besonders gefährlich empfinde ich die Strecke nicht, auch wenn es auf Kurve 3 zu, den Berg hinab, etwas an Auslaufzone mangelt“, so das Urteil von Friedrich zu einer der schnellsten Strecken im diesjährigen Alpe Adria Rennkalender. 

Leider war der Wettergott den Fahrern am Samstag dann nicht wohl gesonnen. Der komplette Tag wurde von Regenschauern überschattet, die die Bedingungen für die Piloten auf der Strecke nicht einfacher machten. „In den letzten 5 Jahren hatten wir ganz selten mal eine Regensession oder gar ein echtes Regenrennen“, so Arnaud Friedrich am Abend. „In der IDM und auf der 1000er bin ich – glaube ich – nur ein einziges Regenrennen bisher gefahren. Mir fehlt da ein bisschen die Erfahrung und so hatte ich bei den Bedingungen nicht so das gute Gefühl.“
Dementsprechend war auch das Ergebnis des Qualifyings, mit Startplatz 10 für das erste Rennen am Samstagnachmittag, ganz und gar nicht nach dem Geschmack des Teenagers. 

Im ersten Rennen waren die erfahreneren Piloten, insbesondere die auf den anderen Reifenfabrikaten, so schnell enteilt und für Friedrich war Schadensbegrenzung und sicheres Einfahren von wichtigen Meisterschaftspunkten angesagt. Durch einen guten Start und kontrollierte Fahrweise konnte er sich noch auf Platz 8 im Ziel verbessern und sich damit weitere 8 Meisterschaftspunkte sichern. Seinem direkten Verfolger in der Meisterschaft gelang dies nicht. Er fiel durch Sturz aus und Friedrich konnte – trotz widriger Vorzeichen und Umstände – seinen zweiten Gesamtrang festigen. Michal Filla war auch im ersten Rennen nicht zu schlagen und hat sich damit bereits vorzeitig seinen sechsten Titel in der AAIMC, Klasse Superstock 1000, gesichert.

Das sonntägliche zweite Rennen fand dann unter trockenen Bedingungen statt. Nach nächtlichen „Sonnentänzen“ im Team von LRP Poland war zumindest die Idealline abgetrocknet und das Feld der STK1000 Piloten ging auf Slicks in die Aufwärmrunde. Arnaud Friedrich musste von Platz 11 aus starten, da sich ein Kontrahent von ihm durch dessen Rundenzeit im ersten Regenrennen noch an ihm vorbeigeschoben hatte.
Das hinderte ihn allerdings nicht daran, bereits aus der dritten Rennrunde auf Platz 3 liegend über Start/Ziel zu fahren. Leider hatten ihn die Überholmanöver, die nur an ein bis zwei Stellen wirklich möglich waren, bereits zu viel an Zeit gekostet und die Spitze um Filla und Pasek war zu dem Zeitpunkt bereits fast 9 Sekunden enteilt. Aber in den Folgerunden konnte Friedrich das Tempo der Spitze nahezu identisch mitgehen, hielt seinen Rückstand auf die beiden Führenden im Bereich von 9-10 Sekunden und baute selber seinen Vorsprung auf die Verfolger sukzessive aus.
Am Ende fuhr er sicher und recht einsam auf Platz 3 ins Ziel und konnte das Wochenende in Österreich so mit einem Podiumsplatz für sich und sein Team beenden. 

Insgesamt 24 weitere Punkte in der Meisterschaft und seinen Vorsprung auf Platz 3 nochmals um 13 Punkte ausgebaut. Dazu die Gewissheit, dass die Zeitdifferenz zum Meister 2018 stetig geringer wird und dass auch er zu schlagen ist…

Dieses gute Gefühl gilt es für Arnaud Friedrich jetzt wieder zu konservieren. Denn die sechste und letzte Runde der Alpe Adria wird erst vom 5. bis 7. Oktober in der Motorsport Arena Oschersleben ausgefahren. Bis dahin hat er aber mit dem Bol d’Or im französischen Le Castellet seinen nächsten WM-Einsatz in der FIM Endurance Weltmeisterschaft vor sich liegen, der am 15. und 16. September ausgefahren wird. Nach dem Startverbot zu Beginn der Saison bei den 24h von Le Mans sein erstes 24h Rennen im Team von LRP Poland.

Die Ergebnisse der AAIMC vom Red Bull Ring (AUT) im Überblick
Qualifying / Startaufstellung

1. 1:41.338 Michal Filla (CZE, BMW)
2. 1:43.218 Michal Sembera (CZE, BMW)
3. 1:43.430 Michal Prášek (CZE, BMW)
10. 1:45.697 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 1

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Dominik Juda (CZE, BMW)
3. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)
8. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 2

1. Adrian Pasek (POL, Yamaha)
2. Michal Filla (CZE, BMW)
3. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Meisterschaftstand Alpe Adria nach 10 von 12 Rennen 

1. 267 Punkte Michal Filla (CZE, BMW)
2. 155 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 114 Punkte Michal Prášek (CZE, BMW)

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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