Alpe Adria

Arnaud Friedrich mit grandiosem Saisonauftakt auf dem Slovakiaring

Mit Platz zwei im Qualifikationstraining und zwei zweiten Plätzen in den anschließenden Rennen startet Arnaud Friedrich nahezu perfekt in die neue Saison 2018, in der er für das Team LRP Poland in der Alpe Adria International Motorcycle Championship – AAIMC, der Polnischen Meisterschaft sowie der FIM Endurance Weltmeisterschaft – EWC an den Start geht.

Gerade einmal zwei Wochen, nachdem ihm wegen einer 24 Stunden zu späten Geburt noch der Start bei den prestigeträchtigen 24h von Le Mans für sein Team verwehrt blieb, konnte Arnaud Friedrich aus Limbach-Oberfrohna vom 4.-6. Mai auf dem 5,922 Kilometer langen Slovakiaring, ca. 35km südöstlich von Bratislava und nahe der Grenze zu Österreich gelegen, seine ganze Klasse aufzeigen.

Am Freitag galt es für das nun 18-jährige deutsche Nachwuchstalent vom Sachsenring zunächst, die ihm unbekannte Strecke, die auch als nächster Austragungsort in der FIM Endurance Weltmeisterschaft für die 8h vom Slovakiaring dient, kennen zu lernen und sich auf seine BMW S1000RR in Stock-Konfiguration als Arbeitsgerät einzustellen. Aber bereits bei seiner dritten Dienstfahrt – dem Qualifying am Samstagmorgen – hatte Arnaud sich auf Bike und Strecke eingeschossen und konnte sich mit der Winzigkeit von vier Hundertstelsekunden „Abstand“ auf die Pole-Position den zweiten Startplatz und damit einen Platz in der vordersten Startreihe für die beiden Rennen des 27 Fahrer starken Teilnehmerfeldes am Samstag und Sonntag sichern.

Rennen 1

Beim Start ins erste Rennen des Wochenendes beeindruckte Arnaud die Zuschauer mit einem eher unfreiwilligen Wheelie hin zur ersten Kurve. Nach einem kleinen Ausritt bei Tempo 200 über die slowakischen Wiesen kehrte Arnaud auf Platz vier liegend aus der ersten Runde zurück und startete zu einer eindrucksvollen Aufholjagd in die folgenden 10 Rennrunden.
„Im ersten Rennen hatten wir noch etwas mit der Elektronik an unserem Motorrad zu kämpfen. Ich konnte dies fahrerisch zwar halbwegs ausgleichen und auch unsere Reifen haben bei den doch recht warmen Witterungsverhältnissen gut durchgehalten, aber den Start hat es mir vermasselt“, analysierte Arnaud nach dem Rennen. „Dass ich am Ende aber auf Platz 2 ins Ziel kam, ist ein tolles Ergebnis für das Team und mich. Damit hätte ich hier, auf einer für mich völlig unbekannten und neuen Strecke, vorher nie gerechnet“, gab er zufrieden zu Protokoll.
Dass er bei seiner Aufholjagd auch so erfahrene Fahrer wie einen Horst Saiger noch auf die Plätze hinter sich verwiesen hat, zeigt, wie schnell er sich auf die neuen Umstände einstellen konnte.

Rennen 2

Im zweiten Rennen waren die Elektronikprobleme gelöst und der Start gelang ihm deutlich besser. Er konnte seine zweite Position zu Beginn behaupten, fiel nur Kurz zur Rennmitte auf Platz drei zurück. Aber bereits nach zwei weiteren Runden konnte er seinen angestammten Platz wieder einnehmen und musste nur den mehrfachen Alpe Adria Meister Michal Filla, der den Slovakiaring aus dem Effeff kennt, ziehen lassen.
In den letzten zwei Runden des Rennens lieferte er sich einen spannenden Kampf mit dem ebenfalls zu den Favoriten zählenden Marko Jerman. Mit einer bravurösen und fehlerfreien Fahrt sowie tollem Kampfgeist gelang es ihm, den Konkurrenten hinter sich zu halten und erneut als Zweitplatzierter aus der letzten Kurve auf die Zielgerade zu kommen. Die Ziellinie überquerte er mit knapp zwei Zehntelsekunden Vorsprung und erneut auf Platz zwei.
Wo und wie er noch etwas Zeit auf der Strecke gewinnen kann, konnte Arnaud direkt nach dem zweiten Rennen bereits klar benennen: „In den schnellen Sektoren eins und drei der Strecke habe ich eine gute Performance und konnte auch die ein oder andere schnellste Sektorzeit hinlegen. Nur den mittleren Sektor, mit den vielen Wechselkurven und dem Geschlängel, muss ich mir nochmals in der Videoanalyse zu Gemüte führen. Hier fahren die erfahrenen Piloten stellenweise eine etwas andere und auch schnellere Linie als ich. Aber dafür habe ich ja nun etwas Zeit, denn wir trainieren hier am Dienstag erst wieder, um uns auf das FIM EWC Rennen am kommenden Wochenende vorzubereiten“.

Ein Einstand nach Maß in die neue Rennserie für Arnaud Friedrich und sein Team LRP Poland. Und eine äußerst überzeugende „Generalprobe“ auch für die vom 10.-12. Mai an gleichem Ort stattfindenden 8h vom Slovakiaring 2018, die dann auch das erste FIM EWC WM-Rennen von Arnaud sein werden. Alt genug ist er ja jetzt – die Erfahrung und das Können hatte er allerdings auch schon mit 17 Jahren und 364 Tagen Lebensalter…

Das nächste Rennen im Rahmen der AAIMC findet vom 25.-27. Mai im polnischen Posen statt.

Die Ergebnisse der AAIMC STK1000 vom Slovakiaring im Überblick
Qualifying / Startaufstellung

1. 2:05.926 Michal Filla (CZE, BMW)
2. 2:05.966 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 2:06.797 Michal Prášek (CZE, BMW)

Gesamtergebnis Qualifying als PDF-Datei

Rennen 1

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. Horst Saiger (LIE, Yamaha)

Gesamtergebnis Rennen 1 als PDF-Datei

Rennen 2

1. Michal Filla (CZE, BMW)
2. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. Marko Jerman (SVN, Yamaha)

Gesamtergebnis Rennen 2 als PDF-Datei

Meisterschaftstand Alpe Adria nach 2 von 12 Rennen 

1. 55 Punkte Michal Filla (CZE, BMW)
2. 42 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 27 Punkte Michal Prášek (CZE, BMW)

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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