Alpe Adria

FIM STK1000 EM: Arnaud Friedrich betreibt Schadensbegrenzung bei ungarischer Hitzeschlacht

Arnaud Friedrich gab alles auf seiner BMW S1000RR vom Team LRP Poland | © Team LRP Poland

Mit 10 Punkten Vorsprung im Gesamtklassement reiste Arnaud Friedrich zu den Rennen 5 & 6 des FIM Europe Superstock 1000 Cup auf dem ungarischen Pannonia-Ring an. Dass es auf dem 4.740 Meter langen Rundkurs, der vom Streckenbelag eher an eine Landstraße denn an eine Rennstrecke erinnert, schwer werden würde, die Führung in der Meisterschaft zu behaupten, war im Vorfeld schon abzusehen. Dass Arnaud aber „mit stumpfen Waffen“ zum Duell um die Spitze mit dem zweitplatzierten Bergman antreten musste, hatte man im Team LRP Poland definitiv nicht so erwartet.

Bereits beim Start in das Rennwochenende zeigte sich, dass Arnaud Friedrich bei den schwierigen und heißen Bedingungen massive Probleme mit seinen Reifen bekommen sollte. Ein heftiger Abflug, der zum Glück ohne Verletzungen ausging, während des ersten Freien Trainings war für Team und Fahrer eine deutliche Warnung. Wie im Rest von Europa herrschten auch am Pannonia-Ring Temperaturen jenseits der 30 Grad Marke, die Asphalttemperaturen bewegten sich dabei deutlich oberhalb der 50 Grad.

„Meine Mitbewerber sind fast ausschließlich auf Dunlop unterwegs“, resümierte der junge Fahrer vom Sachsenring nach den Trainings. „Die fahren einen 200er Hinterreifen, während ich als Pirelli Fahrer nur auf einen 180er Supersportreifen zurückgreifen kann. Der ist nach 2-3 schnellen Runden unter diesen Bedingungen am Ende. Wir müssen nun schauen, wie wir das für das Qualifying und vor allem für die Renndistanz halbwegs in den Griff bekommen können.“

Mit entsprechender Skepsis ging es so in das samstägliche Qualifying, welches Arnaud aber am Ende – mit viel Herzblut und 110% Einsatz – auf dem noch halbwegs versöhnlichen dritten Platz beenden konnte. Für die Rennen stand er somit in der ersten Startreihe – das bestmögliche Ergebnis unter diesen Voraussetzungen.

Im ersten Rennen konnte Arnaud seine Startposition dann mit einem perfekten Start nutzen, und ging als Führender in die erste Kurve. Aber die Freude war nur kurz, denn bereits in der zweiten Kurve ging der Schwede Bergman an ihm vorbei und zog davon. In der zweiten Runde fiel er dann auf Platz 3 zurück und die Probleme sollten in der Folge nicht kleiner werden.
„Das Team hat für das erste Rennen den Versuch gestartet, mit der weichsten Mischung von Pirelli zu fahren“, so Arnaud nach dem Rennen. „Ich war zwar skeptisch, wir hatten allerdings auch nicht wirklich viel zu verlieren. Der Reifen hat dann aber – wie befürchtet – bereits nach zwei Runden derart abgebaut, dass ich froh war, ihn am Ende überhaupt über die Renndistanz bekommen zu haben. Meine Rundenzeiten waren über 2,5 Sekunden langsamer als im Qualifying und ich wurde von Konkurrenten überholt, die ich sonst locker im Griff habe. Am Ende muss ich mit dem 5. Platz wirklich noch zufrieden sein, denn es hätte noch viel schlechter ausgehen können“, gab der sichtlich geknickte Fahrer zu Protokoll.

Da diese risikofreudige Taktik nicht aufgegangen war, wurde das zweite Rennen am Sonntag dann auf dem normalen Rennreifen in Angriff genommen. Der Start verlief nicht ganz so gut wie am Vortag, aber Arnaud konnte in den ersten Runden seinen dritten Platz zumindest halten. Zur Rennmitte setzten dann erneut die bekannten Grip-Probleme ein und Arnaud wurde zwischenzeitlich sogar bis auf Platz 6 zurück gereicht. Mit viel Engagement und etwas Glück konnte er am Ende aber auf Platz 4 liegend die Ziellinie überqueren und so die maximal mögliche Schadensbegrenzung betreiben.

„Das war, wenn wir ehrlich sind, ein Wochenende zum Vergessen. Ich muss das jetzt im Kopf abhaken und konzentriere mich voll auf das nächsten Rennen in drei Wochen in Oschersleben. Bei meinem Heimrennen hoffe ich, dass die äußeren Bedingungen uns und unseren Reifen mehr entgegenkommen und wir dort wieder um den Sieg mitkämpfen können“, lautet das Fazit von Arnaud.

Die Rennen 7 & 8 des FIM Europe Superstock 1000 Cup finden vom 19. bis 21. Juli in der Motorsport Arena Oschersleben statt. 

Die Ergebnisse des FIM Europe STK1000 Cup vom Pannonia Ring

Qualifying / Startaufstellung

1. 1:54.416 Christofer Bergman (SWE, Yamaha)
2. 1:55.639 Marek Szkopek (POL, Yamaha)
3. 1:55.909 Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 1

1. Christofer Bergman (SWE, Yamaha)
2. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)
3. Michal Prášek (CZE, BMW)
5. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Rennen 2

1. Christofer Bergman (SWE, Yamaha)
2. Kamil Krzemien (POL, Yamaha)
3. Michal Prášek (CZE, BMW)
4. Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)

Meisterschaftstand FIM Europe STK1000 Cup nach 6 von 12 Rennen

1. 125 Punkte Christofer Bergman (SWE, Yamaha)
2. 109 Punkte Arnaud Friedrich (GER, Team LRP Poland, BMW)
3. 93 Punkte Kamil Krzemien (POL, Yamaha)

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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