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CEV Moto2-EM: Viel Licht und etwas Schatten bei spanischer Hitzeschlacht für Lukas Tulovic

Die Rennen 6 und 7 zur Moto2-Europameisterschaft 2018 führten Lukas Tulovic vom 27. bis 29. Juli erneut ins Motorland Aragón, wo er bereits vor 14 Tagen die spanische Superstock 600 Meisterschaft bestritten hatte. Die Bilanz des Wochenendes fällt „gemischt“ aus. Sommerpause heißt es jetzt und Tulovic freut sich auf ein paar Tage Urlaub und motorradfreie Entspannung.

Auch die spanische Provinz Aragonien war am Wochenende von der in ganz Europa herrschenden Hitzewelle betroffen. So galt es für Tulo #3 und sein Team WIMU CNS zunächst, Mensch & Material so gut wie möglich auf die enormen Beanspruchungen bei Temperaturen um 40° Celsius vorzubereiten. Insbesondere die Fahrwerksabstimmung war von großer Bedeutung, da die Reifen bei Asphalttemperaturen nahe der 60 Grad schnell an ihre Leistungs- und damit auch Haftungsgrenzen stießen.

Lukas zeigte sich am Freitag „durchschnittlich zufrieden“ mit den Ergebnissen der freien Trainings. „Im ersten Freien Training konnten wir einen riesen Fortschritt zu den Testfahrten am Donnerstag machen. Ich hatte von Anfang an ein viel besseres Gefühl und hab mich ganz wohl auf dem Motorrad gefühlt. Das zweite Training war dann aber schwierig – nicht so, wie ich es mir gewünscht hätte“, lautete seine Analyse am Freitagabend. 

Bereits im ersten Qualifying am Samstag konnte er sich auf Platz vier im starken Feld der FIM CEV Repsol Moto2 EM platzieren. Der Zeitabstand zu den führenden ex WM-Piloten passte ihm aber gar nicht. Im zweiten Qualifying gelang ihm dann als Einzigem der Top 5 noch eine Zeitenverbesserung unter den schwierigen Bedingungen in der Nachmittagshitze.
Den Körper im Pool abkühlend, war sein Fazit so doch noch positiv: „Startplatz vier am Ende ist zwar nicht die optimale Ausgangsposition für die beiden Rennen morgen, aber auch nicht so schlecht, da ich auf der besseren Innenseite starten werde. Der Abstand im ersten Qualifying war zu groß, trotz Platz vier. Aber mit der Zeitenverbesserung im Q2 bin ich jetzt ziemlich zufrieden und zuversichtlich für morgen. Es wird eine richtige Hitzeschlacht bei 37 bis 38 Grad.“  

Mit Platz vier im morgendlichen Warm-Up startete Tulovic in den Rennsonntag. „Ich war optimistisch für die beiden Rennen und hatte auch wieder richtig Lust, zu kämpfen und die beiden Rennen zu fahren“, so Tulovic am Abend. „Im ersten Rennen hatte ich leider nicht so einen guten Start und bin auf Platz fünf liegend in die erste Kurve eingebogen. Ich hab am Anfang ziemlich viel Zeit verloren und es war dann schwierig, die Lücke noch zu schließen. Ich konnte aber den Viertplatzierten im Laufe des Rennens noch ein- und überholen und hab diesen Platz auch ins Ziel gebracht.“

Für das zweite Rennen des Tages hatten er und sein Team WIMU CMS dann nochmals die Daten vom ersten Rennen ausgewertet und geschaut, wo sie noch Zeit gewinnen könnten. Kleine Anpassungen und Änderungen wurden gemacht, da vor allem der Kurvenausgang mit der Beschleunigungsphase als Optimierungspotenzial erkannt wurde.

Rennen zwei musste dann aufgrund eines Sturzes im Feld abgebrochen und erneut gestartet werden, was Tulovic aber entgegen kam, wie er selbstkritisch anmerkte: „Beim ersten Start bin ich überhaupt nicht gut weg gekommen. Ich war dann schon fast ‚froh‘, dass abgebrochen wurde und ich nochmals eine neue Chance bekommen habe. Die habe ich dann auch genutzt und bin als Dritter in die erste Kurve eingebogen. Ich war sprichwörtlich mit dem Messer zwischen den Zähnen unterwegs und wollte wirklich alles. Tja, und dann bin ich am Ende der ersten Runde durch einen kleinen Fehler gestürzt und musste das Rennen leider beenden“.

So endete der Rennsonntag mit einem vierten Platz sowie einem Ausfall für Tulovic. Jetzt ist erst einmal Sommerpause für ihn angesagt, das nächste Rennen in der Moto2 Europameisterschaft findet erst am 30. September auf dem Circuito de Jerez statt.

Mit einem Dank und Gruß an seine Fans verabschiedete sich der Eberbacher in seinen wohlverdienten Urlaub: „Vielen Dank für eure Unterstützung in der Saison bisher. Es fühlt sich wirklich mega gut an, so viele hinter sich zu haben. Ich werde jetzt erst einmal ein bis zwei Wochen Abstand nehmen vom Motorrad fahren, mich ein bisschen entspannen und etwas Urlaub machen. Und dann heißt es wieder volle Attacke!“.

Die Ergebnisse der Moto2-EM in Aragón im Überblick
Qualifying/Startaufstellung

1. 1:53.675 Edgar Pons (ESP)
2. 1:53.835 Jesko Raffin (SUI)
3. 1:54.403 Hector Garzo (ESP)
4. 1:55.003 Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

Ergebnis Rennen 1

1. Edgar Pons (ESP)
2. Jesko Raffin (SUI)
3. Hector Garzo (ESP)
4. Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

Ergebnis Rennen 2

1. Edgar Pons (ESP)
2. Jesko Raffin (SUI)
3. Hector Garzo (ESP)‘
DNF Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

EM-Stand nach 7 von 11 Rennen

1. 151 Punkte: Jesko Raffin (SUI)
2. 101 Punkte: Augusto Fernández (ESP)
3. 99 Punkte: Edgar Pons (ESP)
7. 56 Punkte: Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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