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CEV Moto2-EM: Wetterkapriolen verhindern drittes Podest von Lukas Tulovic

Lukas Tulovic - CEV Repsol Moto2-EM - Albacete
© FIM CEV Repsol

Zum vorletzten Event der FIM CEV Moto2 Europameisterschaft zog es Lukas Tulovic und sein Team WIMU CNS vom 12. bis 14. Oktober in die spanische Provinz Albacete, circa 200 km südöstlich von Madrid. Auf dem 3.550 m langen Kurs mit acht Rechts- und fünf Linkskurven standen die Rennen 9 und 10 der Saison 2018 auf dem Programm.

Dank spätsommerlicher Temperaturen in Deutschland fiel dem jungen Eberbacher die Akklimatisierung in Spanien nicht schwer. „In die freien Trainings bin ich richtig gut gestartet und war am Ende nicht weit weg von der Bestzeit aus dem Vorjahr“, so Tulovic.
„Am Qualifying-Tag war richtig gutes Wetter, schön warm und es hat richtig Spaß gemacht. Ich hab im ersten Qualifying meine Bestzeit gesetzt. Da wird immer die Pole-Position ausgefahren, da die Dunlop-Reifen bei den noch niedrigeren Temperaturen den besten Grip bieten. Am Ende waren es 0,035 Sekunden, die den Unterschied von meinem Startplatz 4 zu Startplatz 2 ausgemacht haben. Für den Rennsonntag sollte es vom Wetter her richtig spannend werden – jede Wetter-App sagt etwas anderes und dass es Regen geben könnte.“

Wie Recht er mit seiner Wetterprognose haben sollte, zeigte sich am Rennsonntag bereits nach der Besichtigungsrunde – als das Feld der Moto2 auf Slicks in der Aufstellung stand und die ersten Tropfen vom Himmel fielen. Die Rennleitung entschied sich für eine Startverzögerung und nach fünf Minuten war klar, dass der erste Lauf als Regenrennen gestartet werden würde.
„Ich hatte schon ein paar Tröpfchen auf dem Visier, aber als wir dann in der Startaufstellung angekommen waren, fing es richtig an zu regnen. Mein Team hat in Rekordzeit mein komplettes Bike auf Regen-Set-up umgebaut, dafür vielen Dank an meine Jungs von WIMU CNS. Wir hatten nur die Warm-Up-Runde, um uns an die Bedingungen zu gewöhnen, denn alle Sessions davor waren ja im Trockenen“, schildert Tulo #3 die hektische Vorstart-Phase.

„Den Start habe ich ganz gut erwischt und konnte meinen Platz auf den ersten Metern halten“, so seine Analyse nach dem Rennen. Zwischenzeitlich lag er sogar auf Platz 2, musste dann aber Cardelus ziehen lassen, der die Verfolgung von Garzo an der Spitze übernahm. Bis drei Runden vor Schluss lag Tulovic auf Platz 3 und damit auf Kurs zu seinem dritten Podestplatz in der Moto2-EM.
„Am Ende wurde mir die falsche Helmwahl zum Verhängnis. Ich hatte den Helm für trockene Bedingungen gegriffen und hab nachher nichts mehr gesehen. Da hab ich mir gesagt, lieber den Vierten mitnehmen, als einen Sturz riskieren“, so sein kurzes Zwischenfazit.

Als es um 14:30 Uhr leicht verspätet in das zweite Rennen des Tages ging, war Regen zunächst kein Thema mehr. Die Moto3-Fahrer hatten im Rennen zuvor die Ideallinie trocken gefahren und zum Rennstart ging das Feld der Moto2-EM auf Slicks in die erste Runde. Tulovic legte einen perfekten Start hin, überholte innerhalb der ersten Kurven Raffin, Garzo und den bis dahin Führenden Pons. So kam er aus der ersten Runde als Erster über die Start-/Ziellinie. Doch das Glück währte nur eine Runde, bis die ersten Regentropfen wieder auf den Visieren und den Kamerabildern sichtbar wurden.
„Ich hatte ein richtig gutes Gefühl zu meinem Motorrad und zu der Strecke, obwohl es teilweise noch nass war. Nach zwei Runden hat es dann wieder angefangen zu regnen, ich nahm ein bisschen Tempo raus und liess mich leicht zurückfallen. Ich wusste nicht, was mit den Slicks bei nassen Bedingungen auf der Strecke geht. Mein Teamkollege ist dann an mir vorbei und wir sind zusammen gefahren. Ich hab seinen Stil kopiert und als es immer stärker zu regnen begann, hatte ich schon überlegt, an die Box zu fahren, um auf Regenreifen zu wechseln. Aber dann bin ich in der fünften Runde, am Ende der Gegengerade, bei gut 125 km/h im schnellen Linksknick, per Highsider abgestiegen“, schilderte er seinen spektakulären Ausfall. Bis auf ein paar blauen Flecken und leichte Abschürfungen blieb er aber zum Glück unverletzt.

Nur vier Runden später war dann für das gesamte Teilnehmerfeld Schluss, da mit den Ausläufern des Ex-Hurrikane Leslie, der auch Südfrankreich in der Nacht noch schwer traf, ein massiver Schauer nicht nur die komplette Stromversorgung von Livetiming und Übertragungstechnik kurzfristig lahmlegte, sondern auch die Boxen der Teams und Teile der Strecke überflutete.

Da zu diesem Zeitpunkt nur neun von 20 Runden absolviert waren und das Rennen nicht erneut gestartet werden konnte, gab es für das Rennen lediglich die halbe Punktezahl in der Meisterschaft. Tulovic fiel von Platz 6, den er nach dem ersten Rennen erobert hatte, auf Platz 8 in der EM-Wertung zurück. Mit einem Top-Ergebnis beim Saisonfinale ist ein Top5-Platz in der EM aber noch zu erreichen.

Am 25. November geht es für Tulovic und sein Team WIMU CNS zum Saisonfinale der FIM CEV Repsol Moto2 EM auf den Circuit Ricardo Tormo nach Valencia. Vorher steht Ende Oktober noch das Finale der Spanischen Superstock600 Meisterschaft in Jerez an.

Die Ergebnisse der Moto2-EM in Jerez im Überblick
Qualifying/Startaufstellung

1. 1:31,945 Edgar Pons (ESP)
2. 1:32,106 Héctor Garzo (ESP)
3. 1:32,123 Jesko Raffin (SUI)
4. 1:32,141 Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

Ergebnis Rennen 1

1. Héctor Garzo (ESP)
2. Xavier Cardelus (AND)
3. Dimas Ekky (INA)
4. Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

Ergebnis Rennen 2

1. Luis Pomares (SPA)
2. Xavier Cardelus (AND)
3. Tommaso Marcon (ITA)
DNF Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

EM-Stand nach 10 von 11 Rennen

1. 187 Punkte: Jesko Raffin (SUI)
2. 140,5 Punkte: Edgar Pons (ESP)
3. 104 Punkte: Héctor Garzo (ESP)
8. 80 Punkte: Lukas Tulovic (GER) – Team WIMU CNS

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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