Endurance WM

Arnaud Friedrich startet mit dem Team LRP Poland beim prestigeträchtigen Bol d’Or 2018

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© LRP Poland // Mateusz Jagielski

Wenn vom 15. bis 16. September die Weltelite des Motorrad-Langstreckensports im französischen Le Castellet 24 Stunden lang um die Plätze kämpft, ist mit Arnaud Friedrich auch ein Pilot vom Sachsenring beim ältesten Motorrad-Langstreckenrennen der Welt am Start – als jüngster Fahrer unter den über 180 Teilnehmern.

Mit dem Bol d’Or (französisch für goldene Schale, dem traditionellen Siegerpokal) geht für den 18-jährigen Teenager aus Limbach-Oberfrohna endlich der Traum vom ersten 24h Rennen in Erfüllung, nachdem er zu Beginn des Jahres bei den 24h von Le Mans noch genau einen Tag zu jung war, um an den vorgeschriebenen Zeittrainings und damit auch am Rennen teilnehmen zu dürfen.

Das Rennen jetzt auf dem Circuit Paul Ricard ist das erste Rennen der neuen FIM Endurance WM-Saison 2018/2019. 59 internationale Teams mit Fahrern aus aller Welt haben ihre Teilnahme an dem seit 1922 ausgetragenen Rennen angekündigt. Mit je 3 Fahrern gehen die Teams am Samstag pünktlich um 15 Uhr an den Start, wenn die Hatz über 24 Stunden beginnt. Besonders spektakulär – neben der Rennaction auf der Piste – sind hierbei die Boxenstopps, bei denen sich die Fahrer abwechseln und die Teams innerhalb weniger Sekunden, ähnlich wie in der Formel 1, Reifenwechsel und Tankstopps absolvieren müssen. Für die Fahrer ist insbesondere die Fahrt in der Nacht extrem anspruchsvoll, wenn die Rennstrecke bei Höchstgeschwindigkeiten jenseits der 300 km/h nur durch die Lichtkegel der Motorradscheinwerfer ausgeleuchtet wird.

Arnaud Friedrich blickt dem Ganzen dennoch entspannt entgegen, wie er uns im Interview verriet:

„Die Strecke in Le Castellet kenne ich zwar noch nicht, aber das macht mich nicht nervös vor meinem ersten 24h Rennen dort. Auf mein erstes echtes Nachttraining am Donnerstag freue ich mich sogar richtig. Die Piste hat kaum echte Kiesbetten, dafür aber viele asphaltierte Auslaufzonen und mit 1,8 km Länge auch die längste Gerade (Mistral-Gerade) im Kalender der FIM EWC. Da wurden im letzten Jahr Spitzengeschwindigkeiten von über 340 km/h erreicht, was natürlich besonders die Technik und Motoren an ihre absolute Belastungsgrenze bringt. Von daher sind auch meine Ziele für das Rennen relativ einfach: erst einmal durch- bzw. ankommen! Sollten wir dann auch noch – wie bei den 8h von Oschersleben – in die Punkteränge kommen, wäre das ein idealer Start für uns in die neue WM-Saison.“

An der Seite von Friedrich fahren mit Bartlomiej Lewandowski (42) und Daniel Bukowski (35) zwei erfahrene polnische Rennfahrer im Team LRP Poland. Als Ersatzfahrer, falls sich in den Trainings einer der Einsatzfahrer verletzen sollte, ist Jaroslaw Szczesny (41) nominiert.

Der Bol d’Or 2018 beginnt offiziell am Donnerstag, 13.9., mit den freien Trainings von 9:30 – 11:30 Uhr. Ab 15:40 Uhr stehen dann bereits die ersten Zeittrainings für die Qualifikation bzw. Startaufstellung an. Von 20:30 – 21:30 Uhr haben die Piloten dann eine Stunde für ihr Nachttraining zur Verfügung. Am Freitag, 14.9., finden von 9:40 – 11:30 Uhr die zweiten Zeittrainings statt.
Das Rennen startet am Samstag, 15.9., um 15:00 Uhr.

Ein paar Zahlen bzw. Fakten zum Bol d’Or
  • Streckenlänge Circuit Paul Ricard: 5,791 km
  • Gefahrene Distanz des Siegers 2017: 683 Runden = 3.955,25 km
  • Rundenrekord im Qualifying: 1’57.253 – Markus Reiterberger (Penz13 BMW, 2015)
  • Rundenrekord im Rennen: 1’58,386 – Randy de Puniet (SRC Kawasaki, 2017)
  • 2017 kamen von 59 gestarteten Teams lediglich 29 in die Endwertung.
  • Über die 24h werden von den Teams ca. 28-30 Boxenstopps absolviert.

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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