Endurance WM

Florian Alt: Dieses Jahr wird weichenstellend

David Perret, Xavier Simeon, Florian Marino, Florian Alt
Die Fahrer im Team VRD Igol Pierret Expériences (v.l.n.r.): David Perret, Xavier Simeon, Florian Marino, Florian Alt | © VRD Igol Pierret Expériences

Am kommenden Osterwochenende startet die Rennsaison für Florian Alt direkt mit einem Saisonhöhepunkt, den 24 Stunden von Le Mans.
Das erste Rennen der Endurance-Weltmeisterschaft im Jahr 2019 ist für das französische Team VRD Igol Pierret Expériences aus der Auvergne in Zentralfrankreich in gleich mehrfacher Hinsicht eine Bewährungsprobe.

Zum einen ist das Team komplett neu zusammengestellt, mit Florian Alt ist nur ein Fahrer aus den letzten Jahren verblieben.  Ihm zur Seite stehen mit dem 29-jährigen Ex-MotoGP-Fahrer Xavier Simeon aus Belgien – er gewann den Moto2-Grandprix am Sachsenring 2015 – und dem Franzosen Florian Marino, 25, zwei ganz schnelle und ehrgeizige Piloten. 

Das Team hatte letztes Jahr die Klasse gewechselt und startet nun in der offenen EWC-Kategorie. Beim ersten Start unter diesen neuen Bedingungen im September beim Bol d‘ Or zahlte man noch reichlich Lehrgeld und blieb mit Platz 15 hinter den eigenen Erwartungen zurück. Einzig Florian konnte aber auch dort überzeugen. So ist er nun trotz seiner erst 22 Jahre der dienstälteste Fahrer im Team. 

Zum anderen erfährt man nun als Werksteam von Yamaha France eine ganz andere Unterstützung und daher ist die Erwartungshaltung auch eine andere. Jetzt muss man sich im Kreis der Topteams behaupten. Eine Platzierung unter den Top 5 ist folgerichtig erklärtes Ziel der Truppe, es darf auch gerne ein bisschen mehr sein, insgeheim schielt man schon aufs Podest.

Auch der neue Name zeugt von den Änderungen, ging man bisher als Viltaïs Yamaha Racing an den Start, heißt es von nun an VRD Igol Pierret Expériences.

Eurosport wird als Promotor der Serie das Rennen wieder begleiten und auf seinen Kanälen live übertragen.

Testergebnisse stimmen optimistisch

Die Ergebnisse des letzten Pre-Tests in Le Mans in der ersten Aprilwoche lassen diese Zielvorgabe auch zu. Immerhin belegte man als deutlich bestes Dunlop-Team Platz drei unter widrigen Wetterbedingungen. Allerdings war der Abstand zum Schnellsten, dem Kawasaki Werksteam auf Pirelli recht deutlich, auch das offizielle Yamaha-Werksteam YART war mit Bridgestone-Reifen als knapper Zweitplatzierter rund 1,2 sec schneller als Florian mit 1:37,8 bzw. Xavier mit 1:37,7 in ihren schnellsten Runden.

Im Team selber sollten die Zeiten wohl vorbei sein, wo Florian Alt immer mit Abstand der schnellste Fahrer war. 

Für Florian Alt natürlich ein echter Ansporn und eine Herausforderung

Xavier und Florian Marino sind sehr sehr schnelle Fahrer. Marino hatte einiges Sturzpech letztes Jahr und braucht noch etwas. Bei Xavier kann man sehen, dass er in der Moto GP unterwegs war, er hat sich diesen on-off-Stil bewahren können, er ist auf Anhieb schnell und geht direkt immer auf 100%. Mit diesen Kollegen sind wir fahrerisch sehr gut aufgestellt. Ich bin jetzt noch mehr gefordert. Aber ich freue mich auf diese Herausforderung und bin zuversichtlich, auch als junger Fahrer mich zu behaupten. Dieses Jahr wird weichenstellend für mich sein. Wenn es gut läuft, werde ich neben Läufen in nationalen Klassen auch einen Wildcard-Einsatz in der World-Superbike absolvieren können. Am wichtigsten ist jedoch, dass wir unsere eigenen Interessen immer hinter denen des Teams stellen.

Studenten der TH Köln Campus Gummersbach in Le Mans

Studenten der Medieninformatik von Professor Hans Kornacher begleiten Florian Alt im Rahmen des Filmprojekts „Ausbildung und Sport“. 

Die Trägerorganisation von Florian Alts Team, Viltaïs, beschäftigt sich mit der Wiedereingliederung durch Ausbildung von Jugendlichen mit schwierigem sozialem Background. Auch im Rennteam in Le Mans werden wieder junge Mechaniker aus der Viltaïs` Erfolgsgeschichte zusammen mit Florian Alt, der gegenwärtig seine Ausbildung als KFZ-Mechatroniker beim Autohaus Wuttke & Quast in Gummersbach absolviert, am Erfolg des Teams mitarbeiten. 

Die Studenten wollen mit Ihrem Projekt diese Zusammenarbeit, deren Hintergründe und Zusammenhänge von Auszubildenden für den gemeinsamen Erfolg dokumentieren. Sie werden dabei vom Oberbergischen Kreis und seinem Landrat Jochen Hagt unterstützt.

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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