Endurance WM

Glück im Unglück für Arnaud Friedrich beim ersten WM Einsatz in der FIM EWC

„Rider ok“ – das war die wichtigste Meldung des vergangenen Rennwochenendes der FIM Endurance Weltmeisterschaft auf dem Slovakiaring, bei dem Arnaud Friedrich aus Limbach-Oberfrohna zu seinem ersten offiziellen Einsatz in der EWC WM kam.

Vom 10.-12. Mai traf sich die Langstrecken-Weltelite auf dem 5,922 Kilometer langen Slovakiaring, ca. 35km südöstlich von Bratislava gelegen. Für Arnaud Friedrich sollte es der erste Renneinsatz in der Weltmeisterschaft werden, und die Vorzeichen konnten nach seinen zwei zweiten Plätzen ein Wochenende zuvor in der Alpe Adria an gleicher Stelle kaum besser stehen. 
Zudem hatte sich sein Team LRP Poland neben Arnaud und dem zweiten Stammfahrer Jaroslav Cerny noch mit Lucy Glöckner eine erfahrene und schnelle Pilotin ins Fahrertrio geholt, sodass drei nahezu gleich schnelle Fahrer die BMW S1000RR unter brennender slowakischer Sonne im Renntempo pilotierten.

Die Temperaturen waren es auch, die allen Teams und vor allem ihren Reifen zu schaffen machten. Bei Asphalttemperaturen nahe der 50° Celsius, klagten alle über mangelnden Grip und permanente Rutscher an Vorder- wie Hinterrad. Trotz dieses Handicaps gelang es Arnaud und seinen Teamkollegen, ein passendes Setup für die BMW zu finden und sich mit lediglich zwei Zehntelsekunden Unterschied zwischen den besten Rundenzeiten der drei Fahrer auf einem guten 12. Rang im Qualifying zu platzieren.

Beim morgendlichen Warm-Up vor dem 8-Stunden-Rennen konnte sich das Team sogar auf Platz 8 im Feld der weltbesten Langstreckenpiloten behaupten und Arnaud wurde die Ehre des Startfahrers zugeteilt. So stand er am Samstag dann um 12:30 Uhr an der Fahrbahnseite und sprintete zu seinem Motorrad – wie das bei einem Le Mans Start üblich ist.

„Mein erstes WM-Rennen und dann gleich als Startfahrer – das war schon eine aufregende aber auch tolle Erfahrung. Ich konnte einen guten Start hinlegen und habe nach der etwas hektischen Auftaktphase auch einen guten Rhythmus in meinem ersten Stint gefunden. Am Ende konnte ich sogar noch ein paar Plätze gutmachen und habe nach ca. 50 Minuten dann an Lucy übergeben, die nach dem Boxenstopp auf Platz 16 ins Rennen zurück kam. Leider ist Lucy in ihrer zweiten Runde dann per Highsider heftig vom Motorrad abgestiegen und hat sich an der Schulter verletzt. An dieser Stelle daher zuallererst meine besten Genesungswünsche an Lucy!
Das Team hat unsere BMW dann notdürftig repariert und Jaro und ich mussten von da an alleine fahren. Nach der schnellen Reparatur der Sturzschäden hatten wir neun Runden Rückstand auf die Spitze und kamen auf Platz 32 zurück ins Rennen. Aber es gelang uns, uns wieder bis auf Platz 24 vorzufahren bevor es mich dann ohne Vorwarnung etwa zur Mitte meines dritten Stints erwischte. In der ultra-schnellen Kurve zwei brach mir auf einmal der Gasgriff vom Lenker ab und ich kam bei über 200 km/h zu Fall,“ gab ein sichtlich „durchgeschüttelter“ Arnaud Friedrich zu Protokoll.

„Mir geht es eigentlich soweit gut – es hätte auch deutlich schlimmer ausgehen können… Aber unser Motorrad ist nun ein Totalschaden. In zwei Wochen sind wir mit der Alpe Adria in Poznan und in vier Wochen starten dann die 8h von Oschersleben in der EWC – das Heimrennen für uns deutsche Fahrer. Darauf freue ich mich jetzt schon. Vom Slovakiaring nehme ich das gute Gefühl mit, dass wir als Team wieder sehr gut gearbeitet haben und vom Speed her um eine Top10 Platzierung hätten mitfahren können“ fügte er noch hinzu.

Vom 25.-27. Mai geht es für Arnaud Friedrich und sein Team LRP Poland zunächst zu den Rennen drei und vier der Alpe Adria International Motorcycle Championship ins polnische Posen. Vom 6.-10. Juni haben die deutschen Fans dann die Chance, bei der „German Speedweek“ mit den 8h von Oschersleben – dem einzigen Endurance-WM Rennen auf deutschem Grund – Arnaud und die vielen anderen deutschen Fahrer und Teams der FIM EWC live vor Ort zu sehen und zu unterstützen.

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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