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Lukas Tulovic: Mit Platz 6 in der STK600 die eigenen Erwartungen nicht erfüllt

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Lukas Tulovic #3 im Startgetümmel der spanischen Superstock600 Meisterschaft | © PB Motorsports

Auf dem Circuit Ricardo Tormo in Valencia endete für Lukas Tulovic und sein Team WIMU Yamaha CNS die kurze Sommerpause im diesjährigen Rennkalender. Vom 6. bis 9. September stand das 6. Rennen der Spanischen Superstock600 Meisterschaft auf dem Programm.

Nach ein einigen Tagen verdientem Urlaub, hatte Tulovic sich bereits eine Woche vorher in Spanien eingefunden und unter perfekten Bedingungen einen Testtag mit seinem Team auf der Grand-Prix Piste absolviert. Die folgenden Tage wurden für ein paar Trainingseinheiten auf dem Rennrad sowie einige Runden mit dem Pit-Bike auf der Kartbahn genutzt. Wichtiges Fitness- und Motoriktraining, damit sowohl Rennfahrer wie Fahrgefühl nicht einrosten konnten. 

So ‚gestärkt‘ ging es am Donnerstag und Freitag in die freien Trainings, mit denen Fahrer und Team sehr zufrieden waren. „Wir sind am ersten Tag schon richtig gut gestartet, konnten am Freitag dann ein paar Dinge ausprobieren um unsere kleinen Probleme mit dem Grip am Vorderrad noch zu minimieren“, so Tulovic am Freitagabend. „Ich habe versucht, am Kurveneingang mein Gewicht ein bisschen mehr nach vorne zu verlagern und das hat auch richtig gut funktioniert. Im zweiten freien Training war ich so nur noch eine Zehntel über der Pole-Zeit vom letzten Jahr.“ 

Dementsprechend motiviert und optimistisch ging Tulovic auch ins erste Qualifying am Samstag, welches er mit lediglich 337 Tausendstel Rückstand auf Platz 4 beendete. Aber er sah noch Potenzial nach oben für das zweite Zeittraining. „Als ich mit dem Qualifying-Reifen raus ging, habe ich mich zwar um 3 Zehntel verbessert aber das war nicht genug für die Pole-Position. Mit dem Reifen muss man in maximaler Schräglage voll ans Gas – Augen zu und durch. Aber das kann man nicht üben und es ist daher schwer, das auf die eine Runde perfekt hinzubekommen. Hier kann ich noch Zeit gutmachen“, analysierte er.
Leider konnte er diese Erkenntnis in Q2 dann nicht nutzen, denn zum zweiten Qualifying war Regen aufgezogen und eine Zeitenverbesserung somit unmöglich. „Im Grunde bin ich zufrieden mit dem Ergebnis und Platz 4 in der Startaufstellung – auch wenn man natürlich erst ganz zufrieden ist, wenn man auf Platz 1 steht. Fürs Rennen mache ich mir aber keine Sorgen, wir sind richtig gut vom Speed her und ich konnte auch mit einem 20 Runden alten Reifen noch sehr schnelle Zeiten fahren“, blickte er zuversichtlich dem Rennen entgegen.

Der Start in den Renntag verlief perfekt. Platz 1 im morgendlichen Warm-Up und erneut Selbstbewusstsein und Sicherheit getankt. Dummerweise war es dann ausgerechnet der Start ins Rennen, der an diesem Tag nicht ganz so optimal lief.

Von P4 gestartet, musste Tulovic sich in den ersten beiden Runden erst einmal mit den Konkurrenten um Platz 5-8 rumschlagen. In der spanische STK600 Meisterschaft geht es eh schon extrem eng zu, das Fahrerfeld ist mit vielen ehemaligen WM-Piloten gespickt und in der hektischen Auftaktphase können so auch schnell mal mehrere Plätze verloren gehen. Aber nach zwei Runden hatte er sich wieder auf Platz 6 vorgearbeitet und führte ein Trio an, welches den Anschluss an die Top 5 schaffen wollte, die zu dem Zeitpunkt gut eine Sekunde Vorsprung hatten.
Runde für Runde feilte der junge Eberbacher vom Rückstand ein paar Zehntelsekunden ab und in der achten Runde hatte er den Rückstand aufgeholt und konnte sogar auf Platz 5 vorfahren. Aber die Aufholjagd hatte Reifen gekostet – und so konnte er ab Runde 11 das Tempo der Spitzengruppe nicht mehr halten und die Konkurrenz rückte ihm von hinten erneut auf die Pelle. Zwei Runden vor Schluss sogar auf Platz 7 zurückgereicht, profitierte er am Ende vom Sturz von Maria Herrera und beendete das Rennen auf Platz 6. 

10 weitere wichtige Punkte im Kampf um das Gesamtklassement, aber zufrieden war er damit nicht: „Wer mich kennt, der weiß, dass ich mit Platz 6 nicht zufrieden bin. Im Warm-Up lief es noch richtig gut und ich hatte ein mega-gutes Gefühl und Vertrauen für das Rennen. Dann war es etwas Nervenaufreibend, denn kurz vor dem Rennen zogen dicke Wolken heran und wir haben sogar die Regenreifen vorbereitet. Aber wir hatten Glück und es ist trocken geblieben. Im Rennen konnte ich dann aber die Ergebnisse aus den Trainings und dem Warm-Up nicht widerspiegeln. Ich muss jetzt noch härter arbeiten und wir bleiben die Woche auch in Spanien, damit ich auch auf dem Motorrad mehr trainieren kann.“

Das nächste Rennen von Tulovic ist am 30. September im Rahmen der CEV Moto2-EM auf dem Circuito de Jerez. Die beiden Finalrennen der spanischen STK600-Meisterschaft finden erst am 28. Oktober statt, ebenfalls in Jerez. Bei jetzt 25 Punkten Rückstand auf den Führenden dürfte die Titelchance eher theoretischer Natur sein. Aber ein Platz auf dem Podium ist für ihn noch möglich – und diesen wird er ganz sicher auch noch attackieren.

Die Ergebnisse vom Wochenende im Überblick
Qualifying/Startaufstellung

1. 1.36,584 Javier Orellana (ESP)
2. 1.36,803 Maria Herrera (ESP)
3. 1.36,872 Marc Alcoba Espi (ESP)
4. 1.36,921 Lukas Tulovic (D) – Team WIMU Yamaha CNS

Ergebnis Rennen

1. Marc Alcoba Espi (ESP)
2. Borja Quero Martinez (ESP)
3. Javier Orellana (ESP)
6. Lukas Tulovic (D) – Team WIMU Yamaha CNS

Meisterschaftsstand nach 6 von 8 Rennen

1. 101 Punkte Marc Alcoba Espi (ESP)
2. 93 Punkte David Sanchis Martinez (ESP)
3. 84 Punkte Miquel Pons Payeras (ESP)
4. 76 Punkte Lukas Tulovic (D) – Team WIMU Yamaha CNS

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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