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IDM 2018 – das Motorrad action-Team übernimmt komplett

IDM Superbike 1000 Rennen 1 am Lausitzring
Eines der größten und homogensten Felder im internationalen Racing - die IDM Superbike 2017 | © Felix Wießmann // FW-Fotografie

Kurz vor den Weihnachtsfeiertagen hat das Motorrad action-Team zwei Neuigkeiten zur IDM 2018 über Social-Media und einen ausgewählten Verteilerkreis an Teilnehmer & Medienvertreter per E-Mail verkündet.
Nach dem „offiziellen“ Aus für die Serie durch eine Pressemitteilung der AG Motorsport im IVM e.V. geht es nun 2018 also doch weiter.

Wie genau es weiter geht, das wird aktuell noch nicht verraten. Aber „neben BMW Motorrad erklärten auch Honda, KTM, Kawasaki, Suzuki und Yamaha im Vorfeld ihre Bereitschaft zur vollumfänglichen Unterstützung und somit zur erfolgreichen Fortführung der Serie“, heißt es in der Meldung. Damit wären also all die Hersteller in 2018 wieder dabei, die auf ihrer Verbandsseite aktuell immer noch die Absage der Serie verkünden.
KTM kommt als Hersteller neu ins Boot – hier könnte man also die ein oder andere RC390 im Feld der SSP300 erhoffen, denn für die anderen Rennklassen der IDM hat KTM leider keine Motorräder anzubieten. Die IDM 2018 soll aber „markenoffen“ sein – anders als in 2017 – versichert der Geschäftsführer des action-Teams Matthias Schröter auf Facebook.

Die Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG hat der AG Motorsport des Industrie-Verbandes Motorrad e.V. und der Wirtschaftsdienst GmbH des DMSB e.V. jeweils Kooperationsverträge unterbreitet, mit dem Ziel, die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) ab 2018 als Promotor (und Ausrichter) fortzuführen. Das Motorrad action-Team nimmt also das Ruder komplett in die Hand – jetzt auch offiziell.

Der Vertrag wurde gestern von den Gesellschaftern der Motor Presse Stuttgart abgesegnet, so dass jetzt nur noch die Genehmigung des Vertrages zur Fortführung der IDM durch alle genannten Hersteller (und DMSB??) aussteht.

Geplant sind die bereits aus 2017 bekannten Prädikatsklassen IDM Superbike 1000, IDM Supersport 600, IDM Sidecar sowie die Supersport 300. Ob letztgenannte dann in 2018 auch das IDM-Prädikat erhalten oder weiterhin als „Deutscher Supersport 300 Cup“ laufen, ist leider noch nicht bekannt.
Auch bei den Rahmenklassen bleibt vieles so, wie man es aus der letzten Saison bereits kennt: Neben dem Suzuki GSX-R 1000-Cup und dem 2018 dann wirklich/hoffentlich markenoffenen Twin 700-Cup, die beide von PS Track Events betreut werden, kommt mit dem BMW Boxer-Cup 2.0 allerdings ein neuer Marken-Cup (auf modifizierten R9T-Racern) hinzu.

Fans vom spannenden Racing der jungen wilden Cuppies aus dem Yamaha R6-Dunlop-Cup stehen derzeit mit trauriger Miene da, denn zum jetzigen Zeitpunkt gibt es seitens Yamaha Deutschland keinerlei offizielles Statement, ob der Cup auch noch sein 41. Jahr erleben wird oder – was aktuell zu befürchten ist – die Saison 2017 auch die letzte Saison des beliebten und sportlich hochwertigen, ältesten Markencups Deutschlands war. Im Programm der IDM 2018 ist er auf jeden Fall aktuell nicht mehr vorgesehen.

Zur frühzeitigen Termin- und Urlaubsplanung gab es auch schon den IDM Rennkalender 2018 in der Mitteilung. Wie bereits in 2017 wird es auch 2018 für alle IDM und Rahmenklassen 6 Events mit je 2 Rennen (zumindest bei den IDM-Serien sowie beim GSX-R und Twin-Cup) geben.
Die IDM Superbike 1000 startet dazu noch im Rahmen der German Speedweek in Oschersleben als Rahmenklasse der FIM EWC. Ob auch hier zwei Rennen geplant sind, geht aus der Mitteilung nicht hervor – ich gehe aber einmal davon aus.

Somit kommen die Teilnehmer auf 12 bzw. 14 Rennen maximal, was auch im direkten Vergleich mit z.B. STK1000-EM o.ä. durchaus eine gute bzw. höhere Anzahl an Rennen darstellt.
Lediglich die 10 Wochen Pause zwischen erstem und zweitem IDM Event für alle Klassen außer der SBK1000 stößt einigen bereits jetzt sauer auf. Aber auch das kennen wir eigentlich ja bereits aus 2017 – wenn auch die „Auftaktpause“ da 2 Wochen kürzer war.
Nicht schön, aber manchmal eben auch nicht anders machbar, wenn man sich die prall gefüllten Terminkalender all der unterschiedlichen Serien mittlerweile anschaut. Freie Termine auf Rennstrecken werden immer rarer…

Auf dem Nürburgring wird 2018 kein Event der IDM stattfinden – ansonsten sind die bereits aus den Vorjahren bekannten Strecken alle wieder dabei. Neue Austragungsorte bzw. Rennstrecken gibt es nicht.

IDM 2018 Terminkalender

TerminStrecke
25. – 26.04.2018IDM Auftakttraining | Motorsport Arena Oschersleben
27. – 29.04.2018IDM Lauf 1 | Motorsport Arena Oschersleben
07. – 10.06.2018German Speedweek Oschersleben (nur SBK1000)
06. – 08.07.2018IDM Lauf 2 | Circuit Zolder (BEL)
27. – 29.07.2018IDM Lauf 3 | Schleizer Dreieck
24. – 26.08.2018IDM Lauf 4 | Lausitzring
07. – 09.09.2018IDM Lauf 5 | TT Circuit Assen (NED)
28. – 30.09.2018IDM Lauf 6 | Saisonfinale Hockenheimring

Mehr Informationen gibt es derzeit noch nicht – auf der offiziellen IDM-Webseite ist noch nicht einmal diese Neuigkeit bisher zu finden.

Für Teams und Fahrer dürften in den nächsten Wochen daher so Dinge wie „gibt es ein neues Vermarktungs- bzw. Promotionkonzept?“, „wie hoch sind Nenn- und Meldegebühren?“ sowie „wieviel Fahrzeit wird den einzelnen Klassen geboten?“ von großem Interesse sein.
Und auch für uns Berichterstatter drängen sich aktuell noch viele Fragen auf, von denen allerdings einige auch sicher wieder unbeantwortet bleiben werden (wie z.B. die zum IDM Budget für 2018). Aber so haben wir alle noch etwas zu tun, bis dass die IDM 2018 dann hoffentlich auch wirklich am 23.4. wieder ihre Motoren startet…

Insbesondere das Konzept für die Zukunft der Serie, deren professionelle Vermarktung und Außendarstellung interessiert mich derzeit brennend. Denn bisher ist nichts darüber bekannt, wie man die Probleme aus 2017 langfristig und dauerhaft lösen will, damit wir in gut 9 Monaten nicht wieder vom nächsten Ende der IDM berichten müssen. An den (Rahmen-)Klassen – die ja durchaus für das Publikumsinteresse eine Rolle spielen könnten – hat sich auf jeden Fall wenig verändert…

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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