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Pirelli präsentiert das IDM Nachwuchs Förderprogramm 2018-2019

Pirelli präsentiert das IDM Nachwuchsförderprogramm 2018-2019
© Andreas Weinand // www.aow-fotografie.de

Heute hat Pirelli, der neue IDM Titelsponsor und alleinige Reifenlieferant der IDM Soloklassen für die Jahre 2018 und 2019, das im Zuge des IDM Sponsoring angekündigte „PIRELLI IDM Nachwuchsförderprogramm“ per PDF-Download bekannt gegeben.

Teilnahmeberechtigt sind – wie nicht anders zu erwarten – alle fest eingeschriebenen Fahrer in den IDM Klassen Superbike 1000, Supersport 600 und Supersport 300. Gefördert werden die jeweiligen Meister 2018 dieser Klassen sofern sie gewisse Altersgrenzen und andere Rahmenbedingungen erfüllen.

Als erster „Lohn der Mühen“ winkt eine Wildcard-Teilnahme beim Europafinale der jeweils übergeordneten WM Klasse (bei der Superbike 1000 ist auch die Teilnahme in der STK1000 EM möglich), bei der seitens Pirelli die Einschreibegebühr übernommen und ein Reifenpaket gestellt wird. Der jeweilige Gegenwert wird mit EUR 2.000,– (WorldSSP 300), EUR 4.000,– (WorldSSP600) und EUR 6.000,– (WorldSBK oder STK1000) angegeben. Alle anderen Kosten müssen natürlich durch Team bzw. Fahrer erbracht werden.

Dummerweise fällt ausgerechnet in Jahr 1 dieses Förderprogramms das Europafinale der WSBK (28.-30.9.2018 auf dem Circuit de Nevers Magny-Cours) auf das Saisonfinale der IDM in Hockenheim. Somit zählt für diese Förderung der IDM Meisterschaftsstand nach dem Rennen auf dem TT Circuit Assen vom 7.-9. September, und die jeweiligen Fahrer bzw. Teams dürfen dann – die nötige Spontanität und auch die benötigten finanziellen Mittel für die restlichen Kosten eines solchen Wildcard-Einsatzes vorausgesetzt – am Wochenende darauf (14.-16.9.) zum WSBK Rennen nach Portimão, Portugal reisen.

Auch für diese Wildcard-Einsätze gilt – bezüglich der Förderung – ein Alterslimit, welches Pirelli verständlicherweise an ein „Nachwuchsförderprogramm“ knüpft. Dies ist zwar eigentlich nur für die kommende Saison wirklich definiert, aber ich tippe einmal, dass hier das Limit der WM-Serien für 2019 gilt.

Für die Meister (oder ggf. Vizemeister, sofern die jeweiligen Meister das Programm nicht in Anspruch nehmen oder die Voraussetzungen erfüllen) greift die Förderung dann in 2019 erst richtig, sofern sie auch eine Klasse aufsteigen (wollen bzw. finanziell auch können). Für den IDM Superbike 1000 Meister bleibt dann aber nur noch der Aufstieg in die WorldSBK – ein schöner Traum, der auch ansprechend dotiert ist. Die Chancen darauf halte ich allerdings für sehr, sehr überschaubar…

Besser dran – weil noch eine höhere IDM Klasse vorhanden – sind die Fahrer aus der IDM SSP300 und der IDM SSP600. Sie würden, sofern sie in die nächst höhere IDM Klasse aufsteigen und die Altersgrenze von 18 bzw. 22 Jahren eingehalten wird, im Folgejahr mit jeweils ca. 4 Reifensätzen pro IDM Event unterstützt. Der Gegenwert der Förderung wird mit EUR 1.000,– (von SSP300 in SSP600) bzw. 1.250,– (von SSP600 in SBK1000) angegeben und kann nur direkt mit der Reifenrechnung verrechnet (also keine Bar-Auszahlung o.ä.) werden.

Monetäre Förderung gibt es für die IDM Meister 2018, die für 2019 den Schritt in die WM wagen bzw. finanziell und logistisch gehen können. Hier sind es EUR 6.000,– (IDM SSP300 -> WorldSSP300), EUR 18.000,– (IDM SSP600 -> WorldSSP600) und EUR 26.000,– (IDM SBK -> WorldSBK), die die Meister in Anspruch nehmen können, die das Alterslimit nicht überschreiten und sich auch fest für die WM 2019 einschreiben bzw. eine entsprechende Startplatzzusage im Rahmen der WSBK für 2019 vorweisen können.

 Hier gibt es die PDF-Datei mit allen Details als Download

Subjektive Meinung

Förderung und Sponsoring ist immer gut – gerade in dieser Randsportart, die 2018 auch finanziell diverse Tiefschläge verkraften musste. Dieses Förderprogramm ist also ein „Topping“ seitens Pirelli zum Titelsponsoring der IDM, und dafür muss man heutzutage dankbar sein bei immer mehr Herstellern, die sich aus dem Sport finanziell zurückziehen.

Allerdings bleibt ein flaues Gefühl im Magen was die generelle Entwicklung betrifft…
Leider spricht ja bekanntlich niemand offen und ehrlich über Sponsoringgelder bzw. -summen in diesem Sport. Aber wie bereits bei den neu ausgelobten „Siegprämien“ in der IDM, die für die Top 3 der jeweiligen Rennen so gerade eben die Mehrkosten bei der Einschreibung 2018 wieder deckeln könnten, würde ich stark tippen, dass die ca. 4 Reifensätze pro Event (die Kosten der Reifen sind für alle Teams für das Jahr 2018 festgelegt und Reifen für die IDM Wochenenden dürfen auch nur über Pirelli bezogen werden) für die Saison 2019 bei einigen Teams deutlich weniger an „Sponsoring“ bedeuten, als sie in den Vorjahren mit ihren jeweiligen Reifenpartnern, die da noch in „Konkurrenz“ standen, aushandeln konnten.

Der Schritt in die WM wird für 2019 eher noch schwieriger, da die STK1000 Klasse wegfallen wird und die generellen Kosten sicherlich nicht sinken werden. Es bleibt daher abzuwarten, welche Fördermittel am Ende tatsächlich abgerufen bzw. in Anspruch genommen werden – genauso wie man sehen werden muss, ob die IDM Siegprämien nicht eh immer bei den Top-Teams ankommen, die am wenigsten Geldsorgen haben.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass man die IDM für mehr Teilnehmer attraktiver gestalten würde, wenn die Grundkosten für alle geringer wären und man ggf. auch solche Fördermittel allen Beteiligten über vergünstigte Reifenkonditionen zukommen lassen würde. Aber vielleicht stehe ich mit der Meinung auch alleine da – wie auch mit meiner Meinung, dass weder Live-Streaming noch Träumereien von TV-Übertragungen der IDM aktuell weiterhelfen, solange elementare und grundlegende Werbemaßnahmen aus- und die Zuschauerränge bei den meisten Rennen leer bleiben…

Über den Autor

Andreas Weinand

Kommunikationswirt & Fotograf mit einem Hang zu Pixelschubserei und Buchstabenverdrehung. Als Quelltextversteher auch für die Technik hier verantwortlich. Seit 2013 vermehrt im Paddock und an Strecken nationaler wie internationaler Rennserien als Motorsportfotograf anzutreffen.

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